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Der erste Bürgermeister Jürgen Seifert mit grauem Anzug, grünem Hemd, und schwarzer Krawatte und einer Brille

Bürgermeisterbrief im Januar 2018

Liebe Prienerinnen und Priener,

sicher hat sich jeder von uns an Neujahr wieder einiges vorgenommen. Das gehört zu Silvester dazu wie das Glas Sekt oder das Feuerwerk (auch wenn man sich in Anbetracht der Feinstaubbilanz schon Gedanken machen muss, ob das noch zeitgemäß ist). Wir fassen Vorsätze für das neue Jahr, um dort das eine oder andere besser zu machen als im alten. Allerdings gibt es auch Statistiken, die besagen, dass mehr als die Hälfte dieser »guten Vorsätze« schon nach kürzester Zeit wieder vergessen sind. Doch offensichtlich hat es ja einen Grund, warum wir uns vornehmen, etwa mit dem Rauchen aufzuhören, uns gesünder zu ernähren, mehr Sport zu treiben, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen oder besser mit unseren Mitmenschen umzugehen. Natürlich hat es einen Grund, wir wollen es im neuen Jahre besser machen als im alten. Das impliziert unsere Erkenntnis, dass wir Verbesserungsbedarf haben oder anstreben – sei es um gesünder zu leben, bewusster zu handeln oder einen besseren Umgang miteinander zu pflegen.
Und genau hier möchte ich ansetzen.
Zwischen den Feiertagen wurde ich Zeuge einer Unterhaltung, in der so ziemlich jeder Politiker sein »Fett weg bekam«. Angefangen von den Europapolitikern, die »ihr Geld für nichts nachgeschmissen bekommen«, weil sie angeblich nie an den Parlamentssitzungen teilnehmen, über die Bundestagsabgeordneten, die »längst jeden Bezug zur (sogenannten) Basis verloren haben«, und die Landtagsabgeordneten, die »ihr Land kein bisschen mehr interessiert, sondern nur wer Ministerpräsident wird oder wie man das verhindern kann«, bis hin zum örtlichen Bürgermeister, der »die einzige Straße, die es wirklich nötig hätte, wieder nicht saniert hat«. Man kam übereinstimmend zu dem Entschluss, dass man alles, wirklich alles – und das ganz leicht – besser machen würde. Und genau an dieser Stelle hatten die Diskutanten endlich auch meinen Nerv getroffen. Ich fragte sie, wie die soeben Gescholtenen denn zu dieser Beurteilung ihrer Arbeit kämen und dass es doch jedem freistünde, es selbst besser zu machen. Wir leben schließlich in einer Demokratie und da könne man sich jederzeit für solche Ämter bewerben und in die Verantwortung gehen. Genauso schnell und übereinstimmend, wie man vorher geurteilt hatte, kam die Runde nun aber zu dem Ergebnis, dass »das für sie überhaupt nicht infrage komme«. Einem reichte schlicht und einfach die Bezahlung nicht dafür, sich von jedem X-Beliebigen kritisieren zu lassen; ein anderer wollte seine Wochenenden nicht in Berlin oder München verbringen, sondern viel lieber seinen Hobbys nachgehen; und eine Frau am Tisch sagte, dass sie sich sofort scheiden lassen würde, wenn ihr Mann Bürgermeister werden wolle. Ich musste schmunzeln.
Wenn ich aber die Leserbriefe der vergangenen Wochen und Monate mir in Erinnerung rufe, die sich z. B. mit dem Neubau der Jugendherberge (JHB) oder der Herstellung der Kampenwandstraße befasst haben, vergeht mir das Schmunzeln. Es wird einseitig geurteilt (was demokratisch in Ordnung ist), Tatsachen werden verdreht (grenzwertig), falsche Behauptungen aufgestellt (nicht mehr in Ordnung) und Personen persönlich angegriffen, teilweise sogar diffamiert (erübrigt jeden Kommentar).
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, alle 24 Gemeinderäte wohnen und leben in unserer Marktgemeinde – und auch ich tue dies. Wir sind somit auch »nur« Bürger dieser Gemeinde. Wir zahlen hier unsere Steuern, gehen essen oder einkaufen, besuchen Ausstellungen, treiben Sport oder engagieren uns in Vereinen. Glauben Sie wirklich allen Ernstes, wir würden unsere Heimat verschlechtern wollen? Glauben Sie, wir würden unsere Natur verschandeln oder Straßen »vergolden« wollen? Glauben Sie, uns würde die Meinung der Bürger nicht mehr interessieren (wo wir doch selbst dazu gehören)? Nein! Das glauben Sie nicht wirklich. Und wenn man Prien mit offenen Augen anschaut, dann muss man wohl objektiv feststellen, dass wir in einem wunderschönen Ort leben, eingerahmt in eine wunderschöne Umgebung. Und – dass wir es verstanden haben, diesen Ort auch in den vergangenen Jahren immer noch ein bisschen lebens- und liebenswerter zu gestalten. Genau das war und ist nach wie vor unser Anspruch. Und jeder, der meint, dass seine eigenen Interessen dabei zu kurz kommen, der kann bei der nächsten Kommunalwahl gerne Verantwortung übernehmen – allerdings für alle! Nicht nur für die Wiese vor seinem Haus oder die Straße vor seiner Haustür. Wir brauchen engagierte, motivierte Menschen, die dem Gemeinwohl dienen und sich für die Gemeinschaft einsetzen. Meine Erfahrung und Erkenntnis ist, dass unser Gemeinderat das mit sehr viel Herzblut, enormen Einsatz, Zeitaufwand und Weitblick tut. Dieses Engagement zum Wohle unserer Gemeinde wird von den Damen und Herren des Gemeinderates aus Überzeugung gerne geleistet. Wie wär es, wenn sich einige fürs neue Jahr vornehmen würden, dies in ihre öffentlichen Äußerungen mit einzubeziehen? Mein Ergebnis: Dann wäre auch der Umgang im neuen Jahr wieder ein klein wenig besser als im alten ;-)
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen von Herzen alles erdenklich Gute für 2018 und ein gutes Zusammensein in unserer wunderschönen Marktgemeinde.

 




Herzliche Grüße
Ihr Bürgermeister
Jürgen Seifert

STELLENAUSSCHREIBUNG:
Leiter für das Ordnungsamt

Verwaltungsfachangestellte(n) mit Angestelltenlehrgang II oderBeamter(in) in der 3. Qualifikationsebene für die Leitung des Ordnungsamtes mehr...

Bürgersprechstunde
Erster Bürgermeister

Die nächste Bürgermeistersprechstunde beim Ersten Bürgermeister Jürgen Seifert findet am
Mittwoch, 07. März
zwischen 16 und 18 Uhr

im Bürgermeisterzimmer des Rathauses, Zimmer Nr. 1.07, im ersten Stock statt.

Termine bitte telefonisch vereinbaren unter
Tel. 08051-606-11 und 606-12.

Bürgersprechstunde
2. und 3. Bürgermeister

     

Die Sprechstunde der 2. und 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster und Alfred Schelhas findet
jeden Freitagvon 10 bis 12 Uhr,
im Rathaus 3. Stock Zi.Nr. 3.12 statt. 

Termine bitte telefonisch vereinbaren unter Tel. 08051-606-11 und 606-12.


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