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Der erste Bürgermeister Jürgen Seifert mit grauem Anzug, grünem Hemd, und schwarzer Krawatte und einer Brille

Bürgermeisterbrief

Liebe Prienerinnen und Priener,
liebe Besucher und Gäste

Worüber andere in ganz Deutschland lang und breit diskutieren und was vor allem die große Politik als nachhaltigsten Ansatz zur Lösung der Flüchtlingsproblematik ansieht – wir hier in Prien handeln, und zwar nicht zum ersten Mal mit großer Wirkung.

Haben wir es bereits Mitte des Jahres mit einer konzertierten Aktion geschafft, den bestens integrierten Flüchtling Naseer Ahmadi entgegen dem Vorhaben der Behörden im Ort zu behalten, so ist uns mit einem weiteren Asylsuchenden ein Schachzug gelungen, der bundesweit Beachtung fand. Dank der Hilfe von rund 50 Priener Bürgerinnen und Bürger und unter der Federführung von Helke Fussel kehrte der Senegalese Babakar Segnane wieder in seinen Heimatort Kaffrine zurück. Aber nicht nur das, er konnte sich dort, d. h. in seiner Heimat eine Existenz aufbauen. Babakar, der, nachdem er hier bei uns gestrandet war, sich immens engagiert und viel gelernt hat, bringt nun sein Wissen in seinem Heimatdorf ein. Mittlerweile beschäftigt er als Arbeitgeber zehn Angestellte, die sehr erfolgreich eine Fläche von 15 Hektar Land bewirtschaften. Darüber hinaus betreibt er eine Hühnerzucht, die 600 Hühner umfasst.

Als Dank an Prien hat er sein Lokal »Prine am Kinse« genannt und damit uns einen festen Platz in seinem senegalischen Dorf eingeräumt.

Eine Erfolgsgeschichte, zu der hier alle wesentlich beigetragen haben und die nicht schöner sein könnte. Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe, wie es besser nicht geht. Darüber hinaus bringt Babakar nicht nur Arbeitsplätze und ein Auskommen in sein Heimatdorf, sondern was viel elementarer ist, Hoffnung im Angesicht der Perspektivlosigkeit

in seinem Land. In einem Land, in dem wohl zwei Drittel aller Einwohner nach Europa kommen möchten, um der Armut zu Hause zu entfliehen. Hier setzt Babakar an, denn er macht anderen Geflüchteten Mut, indem er an sie appelliert, es ihm gleichzutun und auch zurückzukehren. Was für ein Gedanke, wenn dies auch nur ansatzweise Wirkung zeigen würde und tatsächlich andere Flüchtlinge dazu bringen könnte, seinem Beispiel zu folgen und sich in ihrer Heimat zu engagieren. Was für eine Kettenreaktion könnte entstehen, die wir hier im beschaulichen Prien in Gang gesetzt haben. Welch ein Beweis, dass sich Engagement und Einsatz auch in kleinen Schritten lohnt.

Unser 2. Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster bezeichnete es in treffender Weise als ein »Flüchtlings-Rückführungs- Projekt« par excellence. Dem kann ich mich nur anschließen. Babakar agiert vorbildlich und zeigt, dass es sich lohnt, Hilfe zur Selbsthilfe anzunehmen bzw. zu leisten. Wenn diese Aktion überregional Schlagzeilen gemacht hat, so zeigt es doch wieder einmal, dass man auch im Kleinen Großes bewegen kann. Vor allen Dingen dann, wenn man mit Zuversicht, Weitblick und Mut agiert und gemeinsam an einem Strang zieht.

Mein Dank gilt an dieser Stelle allen, die dazu ihren Beitrag geleistet haben. Lassen Sie uns weiter so solidarisch handeln. Beide Fälle im Asylgeschehen zeigen, dass wir viel erreichen können, wenn wir trotz der großen Politik nicht resignieren oder gar aufgeben und verzweifeln. Der Erfolg gibt uns recht. Und am Rande möchte ich bemerken, dass wir mit unserem Tun nicht nur Hilfe zur Selbsthilfe geleistet, sondern etwas weitaus Größeres und Wertvolleres erzielt haben; um es mit den Worten des französischen Philosophen Jean Jaurès zu sagen: »Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben.« Und dies ist uns bei den Bewohnern von Kaffrine gelungen. Das ist unser bedeutendster Verdienst, den wir mit unserem Tun erreicht haben.

In diesem Sinn können wir mit reichlich Optimismus und viel Freude im Herzen der besinnlichen Adventszeit entgegensehen.

Herzliche Grüße
Ihr Bürgermeister
Jürgen Seifert

Bürgersprechstunde
2. und 3. Bürgermeister

     

Die Sprechstunde der 2. und 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster und Alfred Schelhas findet
jeden Freitagvon 10 bis 12 Uhr,
im Rathaus 3. Stock Zi.Nr. 3.12 statt. 

Termine bitte telefonisch vereinbaren unter Tel. 08051-606-11 und 606-12.

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Wir bieten eine vielseitige und verantwortungsvolle Tätigkeit als 450,- € Kraft (geringfügige Beschäftigung) für die Mitarbeit im Priener Wertstoffhof. mehr...


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