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Der erste Bürgermeister Jürgen Seifert mit grauem Anzug, grünem Hemd, und schwarzer Krawatte und einer Brille

Bürgermeisterbrief

Liebe Prienerinnen und Priener,

Prien darf sich seit dem vergangenen Jahr als Genussort bezeichnen. Doch nicht nur das, darüber hinaus tragen wir offiziell auch den Titel einer Fair-Trade-Gemeinde – neben Städten wie London, Rom, Paris, San Francisco und Taipeh. Und seit diesem Monat sind wir zudem stolze Besitzer einer eigenen Bio-Fair-Trade-Schokolade, der »Priener Fair-Suchung«.


Grund genug, sich diesem Thema etwas intensiver zu widmen – denn es geht um weitaus mehr, als nur gesund und nachhaltig zu schlemmen.
Elementarer Bestandteil der Auszeichnung einer Fair-Trade-Gemeinde ist es, dass man diesen Titel nicht nur trägt, sondern ihn lebt, und zwar tagtäglich. Es ist dabei zum einen wichtig, dass wir fair gehandelte Produkte kaufen und konsumieren. Doch es geht um ein Vielfaches mehr. Die Idee dahinter ist um einiges bedeutender, denn es geht um Gerechtigkeit in der Welt, im Speziellen um die der Kleinbauern und Erzeuger – in den Erzeugerländern wie auch hier bei uns vor Ort. Deren aufwändige, schwere Arbeit soll gerecht entlohnt werden. Es muss ihnen ermöglicht werden, ein Einkommen zu erzielen, von dem sie gut leben können, und zwar dort, wo sie zu Hause sind. Dazu müssen dort funktionierende Wirkungskreisläufe installiert werden, damit das Geschaffene auch langfristig erhalten bleibt. Doch wie kann das gelingen und was können wir hier vor Ort dafür tun, werden Sie sich vielleicht fragen?


Hilfe zur Selbsthilfe
Wir können und sollten uns darauf fokussieren, was wir vor Ort beeinflussen können. Ein wunderbares Beispiel zeigt uns die Geschichte des Senegalesen Babakar Segnane, der hier bei uns als Flüchtling gestrandet ist und mit unserer Hilfe wieder in seiner Heimat Fuß gefasst hat. Er hat mit Unterstützung von vielen Priener Bürgerinnen und Bürger einen landwirtschaftlichen Betrieb im Segegal aufgebaut und damit auch anderen in seiner Heimat mit neu geschaffenen Arbeitsplätzen ein Auskommen ermöglicht – und damit Fluchtursachen vereitelt. Zudem fungiert er als Vorbild für andere, denen er mit seinem Engagement Mut macht und Hoffnung auf ein besseres Leben nicht nur verspricht, sondern erfüllt.


Die Zusammenhänge sind klar. Erhalten Erwachsene eine entsprechende Vergütung, können deren Kinder zur Schule gehen. Mit einer schulischen Ausbildung erhöhen diese wiederum ihre Chancen auf eine gute Anstellung und damit auch eine Möglichkeit zu einem lebenswerten Auskommen. Elementar dafür ist es, das Wissen dorthin zu bringen, wo es sich vermehrt. Bildung ist die wertvollste Entwicklungshilfe, die ich kenne. Bestens geschulte Menschen sind in der Lage, etwas aufzubauen, Dinge zu hinterfragen und zu verändern. Sie ist die Basis, dass sich eine gesamte Dorfstruktur sowie das Zusammenleben der Menschen gravierend verändern kann.
Der Film, der zur Einführung unserer »Priener Fair-Suchung« gezeigt wurde, hat sehr anschaulich aufgezeigt, wie Kakao-Bauern auch als Großfamilie gut auskommen können – dank einer fairen Entlohnung und ganz ohne Kinderarbeit. Denn die Kinder dieser Bauern, die Mitglied einer Selbsthilfeorganisation sind, gehen zur Schule. Wie der Film aber auch aufgezeigt hat, wird nur rund ein Drittel der fairen Kakaobohnen in den Fairen Handel verkauft. Der Rest – in diesem Fall zwei Drittel der Kakaobohnen bester Qualität – kommt zu einem schlechteren Preis in den konventionellen Handel. Denn: Die Nachfrage ist nicht so groß, wie sie aufgrund der Produktion gedeckt werden könnte.


Und daran können wir alle sehr wohl etwas ändern. Nämlich mit einem anderen Kaufverhalten zugunsten fair gehandelter Produkte. Denn die Nachfrage regelt das Angebot. Bei entsprechendem Bedarf würden die Einzelhändler ihr Sortiment ganz schnell an die neuen Bedürfnisse anpassen. Und somit kann jeder von uns hier vor Ort einen großen Betrag dazu leisten, dass es anderen auf der Welt etwas besser geht.
Und was hätten wir für einen Gewinn erzielt: Wir kämen in den Genuss hochwertigster Produkte, die nicht nur beste Qualität besitzen, sondern auch für eine hohe Nachhaltigkeit und eine Verbesserung des Klimaschutzes sorgen – und damit setzen wir Eckpfeiler, um letztlich den Frieden in der Welt zu sichern.

Bürgersprechstunde
2. und 3. Bürgermeister

     

Die Sprechstunde der 2. und 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster und Alfred Schelhas findet
jeden Freitagvon 10 bis 12 Uhr,
im Rathaus 3. Stock Zi.Nr. 3.12 statt. 

Termine bitte telefonisch vereinbaren unter Tel. 08051-606-11 und 606-12.

Elektrofachkraft (m/w) für das gemeindliche E-Werk

Der Markt Prien a. Chiemsee sucht für das E-Werk Team zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Elektrofachkraft (m/w) für das gemeindliche E-Werk mehr...


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