Bewegender Abschied von Gemeinderätin Marie-Luise Ganter

Mitte August fand die Trauerfeier für die am 9. August nach schwerer Krankheit sanft entschlafene Gemeinderätin Marie-Luise Ganter in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt statt.

Immer sei sie für andere dagewesen, fasste Pfarrer Peter Bergmaier im Beisein von Pater Joshy ihr Leben zusammen. An ihrem Todestag sei ein Zitat von Leo Tolstoi im Kalender gestanden: »Liebe deine Geschichte, denn es ist der Weg, den Gott mir Dir gegangen ist.« Sie würde als gläubige Frau ihren Angehörigen und Wegbegleitern raten: »Geht den Weg weiter so.« Bereits mit 17 Jahren habe sie dem Vater im Rosenheimer Tabakgroßhandel geholfen, den Führerschein besessen und Ware ausgefahren, und mit 19 Jahren ihr erstes Gewerbe angemeldet, so der Pfarrer im Rückblick. 1968 habe sie ihren Mann Peter kennengelernt, zwei Jahre später geheiratet. Aus den 49 Ehejahren gingen die drei Söhne Thomas, Michael und Peter sowie acht Enkel hervor, darunter ein Urenkel. 1971 machte sich Marie-Luise Ganter mit der Priener Bahnhofsbuchhandlung selbständig. 2014 nach Ende ihrer Berufstätigkeit engagierte sie sich im Marktgemeinderat, zuletzt als Behindertenbeauftragte. 2017 habe sie die Diagnose einer sehr seltenen Krebserkrankung erhalten, die wenig Aussicht auf Heilung versprach, so der Geistliche. »Stets war sie bereit, das, was kommt, anzunehmen«, so Pfarrer Bergmaier.

Erster Bürgermeister Jürgen Seifert sagte in seinem Nachruf: »Gekämpft, gehofft und doch verloren«, so könne man ihre letzten Jahre beschreiben. Als Marie-Luise Ganter ihm die Diagnose mitgeteilt habe, seien keine Tränen, keine Wut oder Trauer zu erkennen gewesen. Sie werde es annehmen, wie es für sie bestimmt sei, habe sie gesagt. Im Marktgemeinderat habe sie sich stets wie in ihrem Leben für andere eingesetzt, damit ihre Heimat noch lebens- und liebenswerter werde. Ihr herausragender Wesenszug sei ihre unglaubliche Güte gewesen, die in ihrem Lächeln zu erkennen sei, so das Gemeindeoberhaupt. Trotz ihrer schweren Krankheit habe sie alles getan, um »dunkle Stellen in Prien aufzuhellen«.

Auf ihre Idee hin sei z. B. die Bemalung der Eisenrichter-Unterführung wie auch die farbenfrohe Ausgestaltung der ersten Priener Kunstnacht entstanden. Ihr größtes Augenmerk habe sie auf die Schwächsten gelegt, denen sie mit großer Barrierefreiheit ein müheloses Gehen ermöglichen wollte. Erst vor Kurzem habe sie ihm offenbart, dass sie keine Kraft mehr und nicht mehr viel Zeit habe. Er solle ihr versprechen, dass er das von ihr Angestoßene zu Ende bringe, sagte Bürgermeister Seifert mit gebrochener Stimme und unter Tränen.

Alfred Schelhas sprach in seiner Funktion als SPD-Vorsitzender von ihr als einen einzigartigen Menschen. In den zwölf Jahren ihrer Parteimitgliedschaft habe sie mehr erreicht als manch anderer – ohne ihre familiären Pflichten zu vernachlässigen. Ihr Ideenreichtum sei immens gewesen. Trotz ihrer schlimmen Diagnose habe sie unermüdlich weitergearbeitet. »Ihr großes Herz voller Hilfsbereitschaft hat sie so beliebt gemacht«, schloss Schelhas seinen Nachruf.

Die Familie Ganter lud alle Anwesenden zum Trauermahl in den Bayerischen Hof, die Bestattung indes sollte auf deren Wunsch im engsten Kreise der Familie stattfinden.

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