https://www.prien.de/

21.04.2021

AUS DEM HAUPT- UND WERKAUSSCHUSS

Vorberatung zur Bereitstellung von Wohnmobil-Parkplätzen
Als Erstes kam die Vorberatung zur Bereitstellung von Wohnmobil-Parkplätzen zur Sprache, die in der darauffolgenden Sitzung dem Marktgemeinderat zur Diskussion und zum Beschluss vorgelegt werden wird. Wie Martin Plenk vom Ordnungsamt erläuterte, habe man dazu den westlichen Bereich des Beilhack-Parkplatzes auserkoren. Geplant sei, dort für fünf Wohnmobile einen Bereich einzurichten, der durch eine gelbe Markierung gekennzeichnet werden solle. Damit wolle man dem steigenden Trend des Wild-Campens entgegentreten, bei dem Wohnmobile vor allem im sensiblen Bereich in Ufernähe abgestellt würden. Die Verwaltung schlage vor, das Parken gegen eine Gebühr in Höhe von 12 bis 15 Euro im Zeitraum von 19 bis 8 Uhr zu erlauben. Strom und Wasser könne mittels eines Automaten je nach Bedarf für einen oder zwei Euro gekauft werden, die Entsorgung des Abwassers bleibe kostenfrei. Die diesbezügliche Einrichtung übernehme die Firma Bauer aus Hallertau zu einem Preis in Höhe von rund 14.500 Euro. Der weitere Bereich des Beilhack-Parkplatzes stehe wie bisher von 8 bis 19 Uhr für Pkws gegen 0,50 Euro pro angefangene Stunde zur Verfügung, so Plenk.

Keine Konkurrenz zu Campingplätzen
Wie Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (Überparteiliche Wählergemeinschaft, ÜWG) ergänzte, stehe zur Diskussion, in welchem Zeitraum man das Übernachten erlauben wolle. Peter Fischer (ÜWG) regte an, das System einfach zu gestalten, am besten mittels eines Tickets für 24 Stunden. Michael Voggenauer (Freie Wähler, FW) fragte, was man gegen eventuelle Lärmbelästigung bspw. durch laute Musik machen wolle. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) sagte, es sei nur das reine Übernachtung erlaubt. Man wolle damit nicht in Konkurrenz zu den ansässigen Campingplätzen treten.

Übernachten mit 24-Stunden-Ticket
Ludwig Ziereis (CSU) sprach sich ebenso für ein 24-Stunden-Ticket aus und fragte, was mit Campern sei, die außerhalb des dafür vorgesehenen Bereichs parkten. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) erklärte, dass man entsprechende Schilder aufstellen werde; die, die sich nicht daran hielten, würden verwarnt. Kontrollieren könnte der Zweckverband, die Polizei sowie die Sicherheitswacht. Das Gremium nahm die Ausführungen zur Kenntnis und beschloss einstimmig, dem Marktgemeinderat das Konzept eines 24-Stunden-Tickets zum Preis von 15 Euro zur Beschlussfassung vorzuschlagen. Damit gehe auch die Hoffnung einher, dass der Ort an Attraktivität gewinne und Camper zum Einkaufen gingen sowie die ansässige Gastronomie besuchten.

Heizungskonzept für Kinderhort
Dem schloss sich die Vorstellung des Heizungskonzepts für den Neubau des Kinderhorts an der Franziska-Hager-Schule an. Johannes Huber von dem mit der Planung und Umsetzung beauftragten Traunsteiner Ingenieur-Büro Ludwig erläuterte zwei Varianten. Zum einen könne man den Kinderhort an das Fernwärmenetz der ansässigen Zimmerei Stocker anbinden. Die Investitionskosten würden rund 12.000 Euro betragen. Die Wartung würde die Zimmerei übernehmen. Nachteile seien, dass man damit an einen Lieferanten gebunden sei sowie höhere Verbrauchskosten. Zum anderen könne man die Wärme separat über einen Pelletkessel erzeugen. Die Kostenschätzung belaufe sich dabei auf rund 68.000 Euro; dafür sei man unabhängig und hätte niedrigere Verbrauchskosten. Nachteile seien die Wartung, die man selbst übernehmen müsse, die Beschaffung der Pellets sowie der Platzbedarf.

Mehrheit für Fernwärmenetz
Ludwig Ziereis (CSU) erklärte, er sei für die erste Variante, sofern die Zimmerei die maximale Versorgung sicherstellen könne und nicht nur Restwärme liefere. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) bejahte dies und erklärte, sofern die Firma Stocker expandiere, könne diese später auch die Mittel- und Hauptschule mitversorgen. Das Gremium beschloss einstimmig, die erste Variante mit der ansässigen Zimmerei Stocker in die Planung aufzunehmen.

Lüftungskonzept für Kinderhort
Es folgte die Vorstellung des Lüftungskonzepts für den neuen Kinderhort. Auch hier stellte Johannes Huber zwei Varianten vor – eine zentrale sowie eine dezentrale Versorgung. Bei dem zentralen Konzept mit Kosten in Höhe von 230.000 Euro stehe das Lüftungsgerät im Dachgeschoss und versorge von dort aus alle Räume. Für die Wartung müsse man ein- bis zweimal jährlich die Filter wechseln. Ein Nachteil sei, dass, wenn das Gerät ausfalle, das gesamte Haus betroffen sei, so Huber. Bei der dezentralen Lösung mit Kosten in Höhe von 380.000 Euro versorgten viele Lüftungsgeräte jedes Klassenzimmer einzeln. Hier gebe es eine geringere Ventilatoren-Leistung und damit geringere Stromkosten, da die Luft nicht durchs gesamte Haus geleitet werden müsse. Die Wartung sei umfassender, da viele Filter gewechselt werden müssten.

Zentrale Lösung bietet auch Kühlung
Wie Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ergänzte, sei bei der zentralen Lösung auch eine Kühlung möglich, was bei immer wärmer werdenden Sommern ein wichtiger Aspekt sei. Beim dezentralen Konzept würde die Fassadenluft angesaugt, die eher wärmer sei. Michael Voggenauer (FW) fragte, ob bei der zentralen Lösung die Räume auch unterschiedlich temperiert werden könnten. Dies sei sonst ein klarer Vorteil der dezentralen Lösung, da man dann auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder eingehen könnte. Zu beachten sei, dass die Filterwechsel regelmäßig fachmännisch ausgeführt werden müssten, damit sich keine Milben ansiedelten, die im gesamten Haus verteilt werden würden, was zu Allergien führen könne.

Mehrheit für zentrale Lüftung
Auch Peter Fischer (ÜWG) wies auf die Wichtigkeit der Hygiene hin. Huber erklärte, die Filter würden jährlich gewechselt und alle drei Jahre die Anlage komplett gereinigt. Ludwig Ziereis (CSU) erklärte, er sei für die zentrale Lösung, aber man müsse diese so einrichten, dass sie individuell eingestellt werden könne, bspw. stockweise. Die Abstimmung ergab ein 7:1 für die zentrale Lösung. Dafür waren Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG), Annette Resch, Rosi Hell und Ludwig Ziereis (alle CSU), Peter Fischer (ÜWG), Ulrich Steiner und Angela Kind (beide Die Grünen). Dagegen war Michael Voggenauer (FW).

Verschiedenes
Sanierungsmaßnahmen
Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) informierte über einige aktuelle Baumaßnahmen: So werde der Erlenweg mit rund 28.000 Euro und die Spitzsteinstraße mit rund 25.000 Euro erneuert. Zudem seien die Leistungen zur Oberflächensanierung der Erschließungsstraße zum Wohngebiet Eglwies in Höhe von circa 25.000 Euro vergeben worden.

Ideen für den Kinderhort
Im Weiteren informierte er zu zwei Anregungen zum Kinderhort, die im Rahmen der vorausgegangenen Sitzung des Marktgemeinderats an ihn herangetragen worden seien: Zur Begrünung der südlichen Fassade des neuen Kinderhorts habe der Landschaftsplaner Ruprecht Schelle geantwortet, er halte Bäume als Schattenspende für eine bessere Lösung, so das Gemeindeoberhaupt. Die Idee, ein Atrium im Mehrzweckraum einzurichten, sei von der Schulleitung als nicht nötig erachtet worden. Zudem existiere eines bereits am Sportplatz, im Hort sei der Platz als Bewegungsraum für Kinder sinnvoller.

Richtungspfeile für Radweg
Als Letztes regte Ludwig Ziereis an, bei den Fahrweg-Markierungen des Radangebots-Streifens auf der Seestraße auch Richtungspfeile anzubringen. Er bemerke immer wieder, dass Radler entgegen der Fahrtrichtung fahren würden. Das Gemeindeoberhaupt sagte zu, dass sie dies aufnehmen würden.