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Trachtenvereine: „Die lustigen Wildenwarter“ und „Daxeninkler“

Trotz Corona: gemeinsamer Trachtenjahrtag Wildenwart-Atzing

Seit 70 Jahren wird zwischen den Trachtenvereinen „Die lustigen Wildenwarter“ und „Daxeninkler“ Atzing ein gemeinsamer Gedenktag für die in den beiden Weltkriegen und seither verstorbenen Mitglieder gepflegt. Erstmals in dieser langen Zeit war es heuer anders und eingeschränkt. Wegen der Corona-Auflagen entfielen der Kirchenzug von Wildenwart zur Pfarrkirche, in der Pfarrkirche gab es Plätze nur mit Abstand, es spielte nicht die große Besetzung der Blaskapelle Wildenwart sondern ein Bläserquartett unter der Leitung von Sebastian Graf und es fielen auch der Rückmarsch von Prutdorf zur Schlosswirtschaft und die dortige gemeinsame Einkehr aus. So waren der Gottesdienst mit Kaplan Joshy und das Gendenken am friedens-mahnenden Denkmal in Prutdorf die zentralen Inhalte des heurigen Trachtlerjahrtags.

In Prutdorf sprach Pater Joshy einige Gebete mit Bitten um Frieden und Zuversicht. Den Weisen des Bläserquartetts und einem dreifachen Kanonensalut folgte die Ansprache von Wildenwarts Trachtenvorstand Peter Voggenauer. Im Beisein von Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair und von Kreisrat Helmut Freund stellte Voggenauer anfangs die Frage: „Sind die Weltkriege und Opfer nach über 100 Jahren beziehungsweise 80 Jahren nicht Vergangenheit und ist mit den Jahrzehnten nicht Distanz zwischen den Generationen entstanden?“. Darauf gab er selbst gleich ein paar Antworten mit den Worten: „Die aktuellen Ereignisse scheinen die Welt aus den Fugen geraten zu lassen: Corona, Bürgerkriege, Amokläufe und vieles mehr machen die Welt finsterer. Aber gerade deshalb sind unsere Gemeinschaft, unsere Werte und unsere Pflichten gefragt. Walten wir deshalb mit Umsicht und schauen wir nicht zuerst auf unser eigenes, persönliches Interesse, denn was im Kleinen anfängt kann zu was ganz Großem werden“. Abschließend fasste der Wildenwarter Trachtenvorstand seine Gedanken wie folgt zusammen: „Die Erinnerung gerade an diesem Platz soll uns Mut und Kraft geben, schauen wir mit liebendem Denken und mit gesundem Menschenverstand mit einem Auge zurück, mit dem anderen Auge aber betrachten wir Glaube, Sitte und Heimat – ganz im Sinne unserer Väter und Gründerväter“. Peter Voggenauer sowie Erster Vorstand Michael Schlosser vom Trachtenverein Atzing legten für jeden Verein einen Kranz in der Kapelle ab.