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16.04.2021

Starkbierfest online: Bruder Johannes on Tour durch Prien

Das Starkbierfest wurde heuer etwas anders gefeiert als sonst – aufgrund von Corona dieses Mal von »dahoam« aus. Not macht erfinderisch, und das machte auch nicht vor dem beliebten Bruder Johannes alias Gemeinderat Johannes Dreikorn halt. Dieser hatte sich für seinen diesjährigen Auftritt als Fastenprediger etwas ganz Besonderes ausgedacht: Heuer sprach er nicht nur vom Ambo zum Volk, sondern durften seine Zuhörer und Zuschauer ihn dieses Mal darüber hinaus auf einem Streifzug durch Prien begleiten. So mancher mag ihn die Tage zuvor auf seinem E-Roller gesehen haben, als er in Begleitung seines Kameramanns Severin Schwarz durch die Straßen von Prien geflitzt ist – hin zu brisanten Standorten des Marktes. Das Drehskript war streng vertraulich, aber eines war klar: Es wurde ein kleines Roadmovie, in dem er – aus Rom mit dem Zug kommend – durch den Ort fuhr und dort auf den einen oder anderen traf.
So begegneten ihm die Priener »Ratschkattln« Brigitte Sperger und Gemeinderätin Rosi Hell, die stets mit allerlei Putzutensilien unterwegs waren. So versuchten sie den »Saustall« an der Noch-Baustelle zum Umbau des König Ludwig Saals sowie am heruntergekommenen »Lechner-Haus« aufzuräumen sowie mit Wurzelbürsten die »Graffiti-Schmierereien« an so mancher Wand zu entfernen – stets mit kernigen Kommentaren, wie es sich versteht. Mit Freude polierten sie zudem das Antlitz des »schönen Mannes« an den Schären, die Büste von König Ludwig II.
Bruder Johannes indes zeigte auf seiner Tour die vielen Brücken im Eichental, die »teuer und teurer« im Bau waren. Und auch Erster Bürgermeister Andreas Friedrich war mit von der Partie. So wurde dieser endlich mit einem stimmigen Trachtenhut von der Hutmacherin Monika Voggenauer vom Priener Hutgeschäft Brunnauer ausgestattet.
Zu Beginn des ersten Online-Starkbierfests wurde traditionsgemäß ein Fass Starkbier angezapft. Dafür schaltete man zum Hofbräuhaus Traunstein, wo Erster Bürgermeister Andreas Friedrich traditionsgemäß im Beisein des Bräus Maximilian Sailer nach drei gekonnten Schlägen »o’zapft is« ausrufen konnte.
Im Weiteren verpasste der Fastenprediger gekonnt Seitenhiebe zum aktuellen kommunalpolitischen Geschehen und damit so manchem Gemeinderat oder örtlichem Verantwortlichen eine gutgemeinte Schelte. Der 90-minütige Film, der immer wieder von Einlagen der Priener Blasmusik untermalt wurde, ist ein reines Vergnügen, das bislang über 2.000-mal aufgerufen wurde. Er ist auf YouTube unter »Blaskapelle Prien – Starkbierfest dahoam« zu finden.
Die 200 von der Blaskapelle angebotenen Brotzeitplatten mit einem Sechserpack Starkbier sowie einem kleinen Birnenbrand, die auf Bestellung ausgeliefert worden waren, waren restlos ausverkauft – sehr zur Freude der Blaskapelle, die damit ihre Jugendarbeit unterstützt. Da Bruder Johannes im wirklichen Leben nicht nur Gemeinderat, sondern auch Partnerschafts-Referent ist, ließ er an die Verwaltungen der beiden Partnerstädte Graulhet und Valdagno ebenfalls jeweils drei Brotzeiten sowie sechs Liter Starkbier liefern. Wie zu erfahren war, haben sich die Franzosen wie die Italiener sehr darüber gefreut und konnten so das Online-Starkbierfest nicht nur via Bildschirm miterleben, sondern sich auch an den typisch bayerischen Schmankerln kulinarisch erfreuen – was sehr zum Gemeinschaftsgefühl beigetragen habe, wie Bruder Johannes mit Begeisterung verkündete.