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Der erste Bürgermeister Jürgen Seifert mit grauem Anzug, grünem Hemd, und schwarzer Krawatte und einer Brille

Liebe Prienerinnen und Priener,

im Januar war es dann doch endlich so weit: der erste Schnee dieses Winters. Dicke, weiße Flocken legten sich auf Wiesen, Wälder, Bäume und Dächer unseres Ortes und verwandelten diesen in eine richtig tolle Winterlandschaft. Gerade der Winterwald am Wendelsteinpark hat eine ganz besonders stimmungsvolle Atmosphäre verbreitet. Während der erste Schnee gerade für die Kinder immer ein ganz tolles Erlebnis ist und freudig die Schlitten aus dem Keller oder vom Dachboden geholt werden, bedeutet diese Zeit für unsere Bauhof-Mitarbeiter kurze Nächte und lange Räum- und Streueinsätze.
Die Mannschaft um unseren Bauhofleiter Richard Zettl und seinen Stellvertreter Florian Stoib hat es auch diesmal wieder geschafft, die Straßen, Wege und Plätze in unserem Ort zügig von Schnee und Eis zu befreien. Hierfür meinen herzlichen Dank! Bei dieser Gelegenheit auch vielen Dank an Klaus Kollmannsberger, der nach seinem regulären Winterdiensteinsatz noch unser Loipenspurgerät gestartet und die Langlaufloipe in Atzing gespurt hat. Die Rückmeldungen von Ihnen bezüglich der neuen Trassenführung waren durchweg positiv; leider war der Spaß beim Langlaufen aber immer nur von kurzer Dauer, da einsetzender Starkregen und die warmen Temperaturen unser Winterwunderland ziemlich schnell dahinschmelzen haben lassen. Aber vielleicht kommt er ja nochmal zurück, der Schnee.

Aus der letzten Gemeinderatssitzung möchte ich noch ein wichtiges Thema ansprechen. Das Gremium hat sich einstimmig dafür entschieden, für das Gebiet Herrnberg-Nord einen Bebauungsplan aufzustellen. Auslöser hierfür war eine Bauvoranfrage, die bei Verwirklichung das Ortsbild an dieser sensiblen Stelle gestört hätte – ganz konkret ging es um den Blick vom »Schwammerl« aus über unseren Ort. Dieses Bauvorhaben konnte mit der ebenfalls einstimmig beschlossenen Veränderungssperre nun verhindert werden. Gleichzeitig soll in dem geplanten Bebauungsplan der Erhalt der an dieser Stelle ortsbildprägenden Bäume und Grünstreifen möglichst dauerhaft gesichert werden. Diesbezüglich eine Anmerkung: Es ist richtig, dass wir in Prien dringend Wohnraum schaffen müssen und die Nachverdichtung bestehender Siedlungsstrukturen ist grundsätzlich zu begrüßen, da sie Flächen im Außenbereich spart. Die Aufgabe einer Gemeinde kann es aber nicht sein, einfach nur blind Voraussetzungen für permanentes Wachstum und Bauen zu schaffen, sondern auch der Erhalt bestehender Wohnqualität und die Sicherung von Aufenthaltsqualität müssen dabei berücksichtigt werden. In sensiblen Bereichen wie z.B. angrenzend an ein Landschaftsschutzgebiet werden wir uns deshalb auch künftig dafür einsetzen, das Ortsbild zu erhalten und als Gemeinde aktiv mitzugestalten. Der Beschluss, diesen Bebauungsplan aufzustellen, gibt uns genau hierfür die Möglichkeit.

Wie befürchtet hat uns das Corona-Virus auch weiterhin fest im Griff und bestimmt unser aller Leben. Aus diesem Grund wird unser Marktplatz heuer auch anders aussehen als sonst. Der alte Maibaum musste letztes Jahr entfernt werden, da die Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Ein neuer Baum hätte nun die Tage gefällt und hergerichtet werden müssen. Nachdem aber das ganze »Drumherum« – das Maibaum stehlen und bewachen, das Auslösen und die Aufstellung durch den Trachtenverein zusammen mit einem großen Fest am Marktplatz – in diesen Zeiten nicht hätte stattfinden können oder zumindest sehr fraglich ist, habe ich mich in Absprache mit dem Priener Trachtenverein dazu entschieden, dass wir heuer keinen Maibaum aufstellen werden. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen; prägt doch der Maibaum auch unser Ortsbild. Aber eine Aufstellung heimlich, still und leise mittels Autokran – ohne Bürgerbeteiligung, ohne Musik und Tanz hat nichts mit dem gelebten Brauchtum zu tun, auf das wir in Prien zu Recht so stolz sind! Ich freue mich aber, wenn wir dann 2022 wieder einen Maibaum aufstellen können – und zwar genau so, wie es sich bei uns gehört.

In diesem Sinne bleibt uns derzeit nichts anderes übrig, als weiter mit viel Zuversicht und Hoffnung auf bessere, wieder normale Zeiten zu warten – und zu hoffen, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis wir wieder gemeinsam unser schönes Leben wie gewohnt begehen und wieder in Freude vereint feiern können.

Es grüßt Sie herzlich Ihr


Andreas Friedrich
Erster Bürgermeister