Bürgerversammlung 2025 – Präsentation
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Aus der Bürgerversammlung vom 13. November
Erster Bürgermeister Andreas Friedrich gab vor einem gut gefüllten König Ludwig Saal eine umfassende Einsicht in sein kommunales Schaffen im vergangenen Jahr.
Nach der Begrüßung der Ehrenbürger, Medaillenträger und Gemeinderäte erklärte er, man habe viel erreicht, aber es gebe noch immer viel zu tun. Dabei sei die Solidarität und der Gemeinsinn wichtig, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Die Räte hätten sich insgesamt in 36 Sitzungen mit den Aufgaben des Marktes beschäftigt. In der Verwaltung arbeiteten 137 Mitarbeiter, die Chiemsee Marina zähle 33 Beschäftigte, der Mittelschulverband fünf, so dass insgesamt 175 Personen in der Marktgemeinde tätig seien. Niklas Riemenschneider sei nach seiner Ausbildung in die Bauverwaltung übernommen worden; neue Auszubildende sei Angelina Nebelung. Im Gemeindegebiet wohnen 11.529 Bürger, 539 haben hier ihren Zweitwohnsitz.
Hoch- und Tiefbau
Im Bau- und Umweltausschuss sind 91 Bauanträge beraten worden. Zu den großen Bauvorhaben, die abgeschlossen wurden, gehört der Kindergarten in Wildenwart, der bereits in Betrieb ist. Heuer noch umgesetzt werden soll eine neue LED-Beleuchtung im Sportpark. Das Lechnerhaus ist abgerissen worden, da die Gemeinde Baurecht für ein neues Wohnhaus bekommen hat. Am Schramlbad gibt es ein neues Badefloß und das Ufer des Chiemsees ist an den Schären neu befestigt und mit Wellenbrechern ausgestattet worden. Das Feuerwehrhaus und der Bauhof wurden ans Fernwärmenetz angeschlossen. Im Tiefbau wurde die Rauschbergstraße von Grund auf neu aufgebaut, an den Schären ein 18 Tonnen schwerer Ölabsetzschacht zur Vermeidung von Verunreinigungen des Chiemsees bei Ölunfällen installiert. In einigen Straßen wurde der Hochwasserschutz ausgebaut und diese an den Regenwasserkanal angeschlossen. Der Gehweg der Carl-Braun-Straße wurde baumschonend neu asphaltiert. Derzeit haben die Bauarbeiten für den Geh- und Radweg nach Rimsting begonnen und der entlang den Gleisen zum See wird verbreitert. Auch die Ortsumfahrung Prutdorf nimmt Formen an, die Arbeiten dazu wurden für den ersten Bauabschnitt vergeben, auch dank der Zusagen von einigen Grundstückseigentümern. Es wurden 730 Meter in der Kanalisation erneuert, 31 Rohrbrüche repariert. Die Fahrzeugflotte der Gemeinde besitzt nun zwei neue E-Autos und die kommunale Wärmeplanung wurde erfolgreich abgeschlossen. Zudem werden einige neue E-Ladestationen eingerichtet.
Wie das Gemeindeoberhaupt ausführte, biete Prien einen regionalen Strommarkt an, in dem Bürger Strom kaufen könnten, der vor Ort produziert worden sei. Für das Prienavera sei eine Seewasser-Wärmepumpe, eine Blockheizkraftwerk und ein neuer Pufferspeicher geplant.
Finanzhaushalt
Der Haushalt 2025 hat ein Gesamtvolumen von rund 57 Mio. Euro; davon entfallen rund 41 Mio. Euro auf den Verwaltungshaushalt und rund 16 Mio. auf den Vermögenshaushalt. Die größten Investitionen waren der Neubau der Kindertagesstätte Wildenwart mit 2,6 Mio. Euro und die Ortsumfahrung Prutdorf mit 4,2 Mio. Euro. Für den Hochwasserschutz wurde rund eine Mio. Euro ausgegeben. Es wurden in den vergangenen drei Jahren keine Kredite aufgenommen, dafür aber 2,1 Mio. Schulden getilgt. Insgesamt sind 544 Kinder in Hort oder Kindergärten untergebracht. Dafür wurden 2,3 Mio. Euro ausgegeben. Für den Bereich Kinder, Schule und Jugend gibt der Markt 3,6 Mio. Euro aus, d. h. jedes Kind wird mit rund 4.400 Euro pro Jahr unterstützt, also mit 370 Euro pro Monat.
Kinder, Jugend und Senioren
In Prien gehen 3.277 Kinder zur Schule, die Musikschule unterrichtet 725 Jugendliche, die Volkshochschule zählt 4.830 Kursteilnehmer. Das Ferienprogramm bietet jährlich 90 Programmpunkte an; 675 Kinder nahmen daran teil, das waren rund 100 Personen mehr als im Vorjahr. Ebenso umfangreich ist das Seniorenprogramm, das ein Team aus neun Ehrenamtlichen und einer Verwaltungsmitarbeiterin einfalls- und abwechslungsreich gestaltet.
Tourismus
Neu im Team der Marktgemeinde ist der Leiter für Kultur, Tourismus und Wirtschaft Tobi Huber. Auf ihn geht die neue Eiskunstlauffläche sowie die Umgestaltung des Wendelsteinplatzes zurück. Zudem hat er erfolgreich die Kulturpartnerschaft entwickelt, bei der ansässige Unternehmen als Sponsoren die Veranstaltungen des Markts unterstützen. Im Tourismusbüro werden nicht nur Gäste beraten und Veranstaltungs-Tickets verkauft, sondern seit Neuestem auch die Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr. »Das gehört zwar nicht zu den Aufgaben einer Gemeinde, aber wir lassen unsere Bürger nicht im Regen stehen«, so Erster Bürgermeister Andreas Friedrich schmunzelnd mit Blick auf die abmontierten Dächer am Bahnhof. Bei den touristischen Zahlen habe sich gezeigt, dass die Übernachtungen zwar abgenommen, die Ankünfte sich aber gesteigert hätten, was – sehr wünschenswert – längere Aufenthalte bedeute.
Kultur und Freizeit
Die Galerie im Alten Rathaus, das Kronast-Haus und das Museum Prien zeigten mehrfach im Jahr wechselnde Ausstellungen, die sich über große Besucherzahlen erfreuten. Auch die zwei Veranstaltungssäle seien gut ausgebucht. Die Bücherei verzeichne bei rund 140.000 Entleihungen ein Plus von knapp 4.000 und mit knapp 31.000 Besuchern ein Plus von 3.500 jeweils zum Vorjahr. Das Prienavera Erlebnisbad biete nicht nur Wellness für Gäste, sondern dort würden auch 5.430 Schüler das Schwimmen erlernen. Die Wasserwacht, DLRG und der Schwimmverein würden knapp 2.400 Eintritte und rund 2.700 Eintritte drei Schwimmschulen beitragen. Dafür gebe der Markt 1,2 Mio. Euro als Zuschuss aus.
Vereinsleben und Fragerunde
Die 92 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr hätten 209 Einsätze gemeistert, die Atzinger Wehr zähle 45 Aktive und habe 47-mal ausrücken müssen. Der Markt unterstütze die 130 Vereine vor Ort mit rund 836.000 Euro, die Hälfte davon für den Unterhalt der Sportanlagen.
Als Überraschung des Abends wurde die Ehrenbürgerin Renate Hof für ihren enormen Einsatz für Prien geehrt, bevor die Bürger ihre Fragen stellen konnten. Folgende Themen wurden angesprochen: das Ausweisen von Behindertenparkplätzen am Schramlbad, warum bei der Umgestaltung des Wendelsteinparks nicht die Bürger einbezogen worden sind, die schwierige Radsituation an den zwei Kreiseln in der Seestraße, der Stand der von der Bahn geplanten Lärmwände, die Änderungen beim Rufbus Rosi, die parkenden Wohnmobile im Ortsgebiet, die Auswirkungen der UNESCO-Auszeichnung von Schloss Herrenchiemsee, die Größe des Energiegebäudes am Prienavera sowie die Anregung, ein Bücherhäuschen an den Schären einzurichten.