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18.11.2025

AUS DEM BAU- UND UMWELTAUSSCHUSS

Für den entschuldigten Gunther Kraus nahm Ludwig Ziereis (beide CSU), für die entschuldigte Gaby Rau Angela Kind (beide Die Grünen) teil.

Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage Am Herrnberg
Als Erstes kam der Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage Am Herrnberg zur Sprache. Wie Thomas Lindner von der Bauverwaltung ausführte, liege dem ein genehmigter Antrag auf Vorbescheid vor. Der Bauantrag weiche davon ab, indem er die zweite Garage südlich des Wohnhauses nicht mehr beinhalte. Da die dortige Veränderungssperre abgelaufen sei, müsse man das Vorhaben davon nicht mehr befreien. Das Gremium erteilte sein gemeindliches Einvernehmen einstimmig.

Keine Umnutzung gewünscht
Danach ging es um die Nutzungsänderung einer Einlieger- in eine Ferienwohnung in der Rimstinger Straße. Wie Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (Überparteiliche Wählergemeinschaft, ÜWG) erklärte, liege die 44 Quadratmeter große Wohnung in einem reinen Wohngebiet, in dem dies als Ausnahme gestattet sei. Da es in diesem Areal bislang keine Ferienwohnung gebe, habe man die Möglichkeit, das Einverständnis zu verweigern. Das Gremium teilte diese Ansicht mit 5:3 Stimmen. Für die Umnutzung in eine Ferienwohnung hatten Michael Anner, Hans Wallner und Ludwig Ziereis (alle CSU) gestimmt. Dagegen waren Erster Bürgermeister Andreas Friedrich und Gerhard Fischer (beide ÜWG), Angela Kind und Leonhard Hinterholzer (beide Die Grünen) sowie Marion Hengstebeck (Bürger für Prien, BfP).

Geschlossene Terrasse
Dem schloss sich die Umnutzung einer Ferienwohnung in eine Wohnung mit Erweiterung der Wohnfläche in Eglwies an. Dafür solle die Terrasse durch eine Außenwand umschlossen werden. Das Vorhaben liege im Geltungsbereich eines Bebauungsplans, dessen Festsetzungen zu den Flächen, die überbaut werden dürften, nicht eingehalten würden, so Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). Daher müsste das Vorhaben davon befreit werden. Da es Bezugsfälle gebe, könne man dies tun. Das Gremium erachtete den Fall ebenso und erteilte sein gemeindliches Einvernehmen einhellig.

Einfahrt verschoben
Es folgte die Tektur (Änderung eines bereits genehmigten Bauantrags, Anm. d. Red.) zum Neubau zweier Wohnhäuser mit sieben und acht Wohneinheiten in der Osternacher Straße. Auf dem Grundstück sollen sieben oberirdische und 15 Stellplätze in einer Tiefgarage entstehen. Mit der Tektur wolle der Bauherr nun die Lage der Tiefgarageneinfahrt leicht nach Süden drehen. Das Gremium erteilte dem Vorhaben sein gemeindliches Einvernehmen einhellig.

Höheres Dach
Dem schloss sich die Tektur zum Neubau eines Milchviehstalls und von zwei Fahrsilos sowie dem Abriss eines Nebengebäudes in Hoherting an. Wie Thomas Lindner erklärte, handele es sich um ein Vorhaben im Außenbereich. Der Bauherr sei privilegiert und wolle das Dach anheben. Dem spreche nichts entgegen. Das Gremium erachtete die Lage ebenso und erteilte sein gemeindliches Einvernehmen einstimmig.

Dachbegrünung
Im Anschluss ging es um die Tektur zum Umbau und zur Erweiterung des Fischerhauses mit Änderung der Gartenanlage sowie dem Neubau einer Doppelgarage in der Harrasser Straße. Dem Vorhaben habe man in der Sitzung vom Juni das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt, da man Bedenken hinsichtlich der Chiemsee-Schutzverordnung gehabt habe. Der Bauherr habe nun in Absprache mit dem Landratsamt Rosenheim (LRA RO) seine Planung überarbeitet und um eine Dachbegrünung ergänzt. Letzteres habe dem Antragsteller den Bauantrag als sonstiges Vorhaben im Außenbereich die Zustimmung signalisiert. Das Gremium erteilte sein gemeindliches Einvernehmen einhellig.

Ersatzbau verschoben
Es schloss sich die Tektur zum Ersatzbau eines landwirtschaftlichen Nebengebäudes als Wohngebäude mit Anbau als Austragswohnung in der Harrasser Straße an. Damit wolle der Bauherr den Ersatzbau um rund zwei Meter nach Süden verschieben. Das Vorhaben liege im Geltungsbereich der Chiemsee-Schutzverordnung. In Vorabstimmung mit dem LRA RO habe dieses keine Bedenken hinsichtlich der Verschiebung erhoben. Das Gremium erteilte sein gemeindliches Einvernehmen einstimmig.

Bezugsfälle strittig
Es folgte der Antrag auf Vorbescheid zum Neubau von zwei Reiheneckhäusern und zwei Zweifamilienhäuser in der Schützenstraße. Dem Vorhaben habe man in der vorangegangenen Sitzung das Einvernehmen aufgrund seiner Größe verweigert. Zunächst habe der Bauherr das Vorhaben mit einer Traufwandhöhe von 6,50 Meter geplant, nun wolle er diese auf 6,85 Meter erhöhen. Die Bezugsfälle in der näheren Umgebung würden Wandhöhen von 6,43 Meter aufweisen. Entgegen der Meinung des LRA RO erkenne man nicht, dass sich das Vorhaben einfüge, so Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). Michael Anner (CSU) sagte, es verwundere ihn, dass das LRA RO Fällen zustimme, die die Gemeinde ablehne, und Vorhaben ablehne, denen die Gemeinde zustimme. Dem könne man zustimmen, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Das Gremium verweigerte sein gemeindliches Einvernehmen mit 7:1 Stimmen. Dafür war Leonhard Hinterholzer (Die Grünen).

Einfriedung abgelehnt
Dem schloss sich der Antrag auf Befreiung von der Veränderungssperre zur Errichtung einer Einfriedung und Toranlage im Forellenweg an. Der Bauherr wolle eine Einfriedung in einer Höhe von 1,85 Metern errichten. Wie das Gemeindeoberhaupt ausführte, habe man über das Gebiet eine Veränderungssperre zur Sicherung der Planung für den in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan »Osternach – Nördlicher Ortsrand« verhängt. Daher benötige der Bauherr zur Errichtung einer verfahrensfreien Einfriedung eine Befreiung. Zudem halte die Toranlage die Festsetzungen der Stellplatzsatzung nicht ein, die einen Abstand von 0,62 Metern zur Fahrbahnkante fordere. Der Bauherr verweise auf Bezugsfälle. Angela Kind (Die Grünen) erklärte, sie finde die Einfriedung fürchterlich. Dabei bemängelte sie auch die Art der Bepflanzung, die anderenorts verboten sei. Dem schloss sich Marion Hengstebeck (BfP) an, auch sie plädiere für heimische Gewächse. Dieser Meinung war auch Gerhard Fischer (ÜWG). Das Gremium verweigerte sein gemeindliches Einvernehmen einhellig.

Erhaltenswerte Linde
Danach ging es um die Fällung einer als zu erhaltend festgesetzten Linde im Bereich des Bebauungsplans »Hallwang-Mitte«. Wie Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ausführte, sei der 15 Meter hohe Baum vom Brandkrustenpilz befallen. Dem Vorhaben hatte das Gremium in der vorausgegangenen Sitzung nicht zugestimmt und ein erweitertes Gutachten gefordert, das Möglichkeiten zum Erhalt der Linde darstellen würde. In dem neu eingereichten Gutachten würde bestätigt, dass die zeitnahe Fällung nötig werde. Michael Anner (CSU) bezweifelte, dass der Gutachter den Baum erneut untersucht habe. Die Linde sei schon einmal stark beschnitten worden und hätte sich danach sehr gut erholt und treibe nun wieder schön aus. Gerhard Fischer (ÜWG) fragte, ob man ein erweitertes Gutachten erzwingen könne. Das Gemeindeoberhaupt formulierte als Beschlussvorschlag, dass das Gremium der Fällung der Linde nicht zustimme, sondern ein erweitertes Gutachten mit der Untersuchung des Stamms und der Wurzeln mit Ultraschall fordere. Das Gremium erteilte dem sein gemeindliches Einvernehmen einstimmig.

Denkmalgeschütztes Haus
Danach ging es um die sanierungsrechtliche Genehmigung zur Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes in der Schulstraße. Geplant seien Arbeiten an den Warmwasserleitungen, der Heizung sowie an der Fassade und den Fenstern. Es liege im Geltungsbereich der Sanierungs- sowie der Gestaltungs- und Einfriedungssatzung, dessen Zielen es aber nicht entgegenstehe. Das Gremium erteilte sein gemeindliches Einvernehmen einstimmig.

Umnutzung in eine Wohnung
Im Anschluss wurde über die Umnutzung einer Arztpraxis in eine Wohnung in der Bernauer Straße beraten. Es handele sich dabei um ein Mischgebiet, wo dies zulässig sei. Es liege im Geltungsbereich der Sanierungssatzung und benötige daher eine Genehmigung. Das Vorhaben stehe deren Zielen nicht entgegen. Das Gremium erteilte sein gemeindliches Einvernehmen einstimmig.

Falsche Dachziegel
Als Letztes kam der Antrag auf isolierte Befreiung zur Dacheindeckung eines Wohnhauses im Stieglitzweg zur Sprache. Wie Thomas Lindner erklärte, gehe es um die Farbe der Dachziegel. Im Bebauungsplan »Eisvogelweg« seien rote bzw. rot-braune festgesetzt, die des aktuellen Falls seien anthrazit. Allerdings sehe man sie von der Straße aus nicht. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) erklärte, er sei hin- und hergerissen. Auch wenn es nicht auffalle, die anderen Bauherren hätten sich an diese Vorgabe gehalten. Zudem sei man dem Bauherrn schon mit einer Befreiung vom Bebauungsplan entgegengekommen. Im Sinne der Gleichbehandlung tue er sich schwer. Auf die Frage von Gerhard Fischer (ÜWG), warum er eine andere Farbe genommen habe, erklärte das Gemeindeoberhaupt, es sei ein Versehen gewesen. Die Nachbarn hätten ihr Einverständnis per Unterschriften erteilt. Leonhard Hinterholzer (Die Grünen) erklärte, man sehe es von der Straße aus nicht, es sei nicht verhältnismäßig, die Ziegel auszutauschen. Dem schloss sich Ludwig Ziereis (CSU) an. Michael Anner (CSU) wollte wissen, wer das festgestellt habe. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) sagte, ein Dritter. Das Gremium erteilte schließlich dem Vorhaben eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans einstimmig.