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April 2026

Liebe Prienerinnen und Priener,

nach einem kurzen Aufbäumen des Winters dürfen wir nun wohl endgültig den Frühling begrüßen. Die vergangenen Tage haben bereits einen Vorgeschmack auf die wärmere Jahreszeit gegeben – und das sieht man auch in unserem Ort deutlich. Unsere Bauhofmannschaft unter der Leitung von Klaus Kollmannsberger ist schon seit einiger Zeit fleißig dabei, Prien »frühjahrsfit« zu machen: Schneestangen und Split-Kisten wurden eingesammelt, Gehwege und Straßen werden gereinigt. Auch unsere Gärtnerei hat ganze Arbeit geleistet und unter anderem die Verkehrsinseln wieder ansprechend bepflanzt. Ein besonderes Augenmerk galt zudem dem Rafenauer-Weiher: Dieser wurde ausgeräumt, vom Schlamm befreit und ein Leck fachgerecht geschlossen. Schon bald wird sich das Gewässer wieder mit Leben füllen und auch Schilf und Pflanzen zurückkehren. In diesem Zusammenhang darf ich Sie bereits heute auf die erste »Ramadama«-Aktion am 25. April im Gemeindegebiet hinweisen. Mein herzlicher Dank gilt hier schon im Vorfeld unserer Umweltreferentin Angela Kind aus dem Gemeinderat sowie unserer Verwaltung, die diese bewährte Aktion erneut organisieren.

Ein kurzer Blick zurück gilt der Stichwahl zum Landrat Ende März. Mit Otto Lederer wurde der amtierende Landrat in seinem Amt bestätigt. Ich freue mich persönlich auf die Zusammenarbeit im Kreistag. Weniger erfreulich ist jedoch die Wahlbeteiligung: Während diese im gesamten Landkreis bei 44 Prozent lag, haben in Prien lediglich 36,7 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Auch wenn die Arbeit des Landrats nicht immer unmittelbar im Alltag der Gemeinden spürbar ist, bleibt festzuhalten: Wahlen sind ein hohes Gut unserer Demokratie. Eine so geringe Beteiligung stimmt nachdenklich.

Ein weiteres Ereignis, das uns Anfang April beschäftigt hat, war ein großflächiger Stromausfall im Netzgebiet des Bayernwerks, der weite Teile des östlichen Landkreises Rosenheim bis in den Landkreis Traunstein betraf. Ursache war nach Angaben des Netzbetreibers ein technischer Defekt in einem Umspannwerk. Die Mitarbeiter unserer Gemeinde – insbesondere im Wasserwerk und im Klärwerk – waren umgehend im Einsatz und konnten durch den Aufbau von Notstrom-Versorgungen die Funktionsfähigkeit der Wasserver- und Abwasserentsorgung sicherstellen. Dafür gilt ihnen mein ausdrücklicher Dank. Irritiert hat mich im Nachgang eine Zuschrift, die sinngemäß zum Ausdruck brachte, die Gemeinde solle künftig dafür Sorge tragen, dass es nicht zu solchen Ausfällen komme, da dadurch private Arbeitsabläufe beeinträchtigt würden. O-Ton: »Jetzt muss ich morgen eine Stunde Home-Office anhängen.« Hier darf ich klarstellen: Die Aufgabe der Gemeinde besteht darin, die grundlegende Daseinsvorsorge sicherzustellen. Einzelne persönliche Einschränkungen lassen sich in solchen Ausnahmesituationen leider nicht vermeiden. Mit der in dieser Zuschrift zum Ausdruck gebrachten egoistischen Einstellung kommen wir als Gesellschaft nicht weit!

Aus der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats greife ich auch diesmal wieder ein Thema heraus: Die bevorstehende Änderung des Bebauungsplans für das Wohnquartier Trautersdorf. Die Wohnbaugesellschaft des Landkreises ist mit dem Wunsch an den Markt Prien herangetreten, insbesondere die Parkplatzsituation neu zu regeln. Hintergrund sind die aktuell sehr hohen Baukosten sowie die Rahmenbedingungen des Grundstücks, die den Bau einer Tiefgarage unmöglich machen. Dieses Projekt ist für unsere Gemeinde von großer Bedeutung, da hier dringend benötigter, bezahlbarer Wohnraum entstehen soll. Ein Festhalten an der bisherigen Planung hätte zur Folge gehabt, dass das Vorhaben nicht realisiert wird. Der Marktgemeinderat hat daher der vorgeschlagenen Anpassung einstimmig zugestimmt.

Dabei zeigt sich einmal mehr eine grundsätzliche Herausforderung: Zwischen den Ergebnissen städtebaulicher Wettbewerbe und der tatsächlichen Umsetzung liegen oft erhebliche Unterschiede. Aspekte wie Baukosten und praktische Realisierbarkeit spielen in Wettbewerben häufig nur eine untergeordnete Rolle. Erst in der konkreten Planung wird deutlich, was tatsächlich machbar ist – und wo nachjustiert werden muss. Diese Erfahrung mussten wir als Gemeinde auch am Bahnhofsumfeld bereits machen.

Ich wünsche Ihnen allen nun einen guten Start in den Frühling und freue mich darauf, viele von Ihnen bei den kommenden Veranstaltungen und Aktionen im Ort zu treffen.

Es grüßt Sie herzlich Ihr

Andreas Friedrich
Erster Bürgermeister