Mai 2026
Liebe Prienerinnen und Priener,
mit der Gemeinderatssitzung am 28. April ist die Wahlperiode 2020 bis 2026 offiziell zu Ende gegangen. In dieser Sitzung standen dennoch wichtige Themen auf der Tagesordnung. Besonders hervorheben möchte ich die Vergabebeschlüsse für Photovoltaik-Anlagen auf drei gemeindlichen Liegenschaften: dem Feuerwehrhaus, dem ehemaligen BRK-Heim sowie der Gärtnerei auf dem Bauhofgelände. Alle drei Anlagen werden als Eigenverbrauchsanlagen mit Speicher ausgeführt und sind notstromfähig. Mit dieser Maßnahme können künftig rund 60 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Gerade am Bauhof liegt die Installation einer solchen Anlage auf der Hand, nachdem dort in den vergangenen Jahren mehrere E-Fahrzeuge angeschafft wurden. Die Investitionen zeigen, dass Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliches Handeln sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Mit dem Ende der Wahlperiode bietet sich die Gelegenheit, auf sechs intensive und ereignisreiche Jahre zurückzublicken. Der Start stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Eine der dringendsten Aufgaben war damals der massive Mangel an Kindergartenplätzen. Gemeinsam wurde innerhalb kürzester Zeit gehandelt und über die Sommerferien hinweg der Kindergarten »Prievena« geschaffen. Gleichzeitig begannen die Planungen, die Zahl der Betreuungsplätze auszubauen. Insgesamt entstanden mit dem Neubau des Kinderhorts an der Franziska-Hager-Schule und dem Kinderhaus Wildenwart über 200 zusätzliche Betreuungsplätze im Vergleich zum Jahr 2020.
Parallel dazu wurden wichtige Zukunftsprojekte angestoßen – u. a. das Hackschnitzel-Heizwerk mit Nahwärmenetz. Auch die Franziska-Hager-Schule wird mittlerweile vollständig regenerativ mit Wärme versorgt. Der Krieg in der Ukraine, die Unterbringung von Flüchtlingen, Lieferschwierigkeiten und massive Preissteigerungen stellten unsere Gemeinde zusätzlich vor große Herausforderungen. Dennoch konnten über die gesamte Wahlperiode hinweg solide Haushalte aufgestellt werden. Trotz zahlreicher Investitionen ist es gelungen, zusätzliche finanzielle Belastungen für unsere Bürgerinnen und Bürger zu vermeiden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Investitionen in Straßen, Wege und Brücken. Dazu zählen u. a. neue Brücken im Eichental, der Ausbau der Weidach- und der Osternacher Straße, die Sanierungen der Hochries- und Rauschbergstraße sowie der Baubeginn der Ortsumfahrung Prutdorf und die Radwegverbindung zwischen Prien und Rimsting. Auch im Bereich der gemeindlichen Liegenschaften und der Energieeinsparung wurde viel umgesetzt – etwa die Umrüstung der Flutlichtanlage am Sportplatz, die technische Generalsanierung des Prienavera oder die neue Heizungsanlage im Jugendtreff. Ebenso wichtig waren Investitionen in Sicherheit und Brandschutz. Dazu zählen u. a. das neue Löschfahrzeug für die Feuerwehr Atzing sowie die neue Drehleiter, Schlauchwaschanlage, Atemschutzwerkstatt und Einsatzzentrale für die Feuerwehr Prien. Auch der Hochwasserschutz an der Prien wurde weiter verbessert.
Darüber hinaus ist es gelungen, nach den schwierigen Corona-Jahren das kulturelle und gesellschaftliche Leben wieder zu stärken – mit zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und neuen Formaten. Auch bei der Ortsgestaltung konnten viele kleinere, aber wichtige Projekte umgesetzt werden: neue Sitzbänke, Ersatzpflanzungen, Spielgeräte oder der Grillplatz mit dem Jugendrat. Zudem wurde mit dem Bebauungsplan für einen Teilbereich der Carl-Braun-Straße ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit getan – u. a. mit einer PV- und Gründachpflicht.
Insgesamt wurde in den vergangenen sechs Jahren sehr viel erreicht. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Mitgliedern des Gemeinderats für die engagierte und konstruktive Zusammenarbeit in einer nicht immer einfachen Zeit. Neun Gemeinderatsmitglieder werden dem neuen Gremium nicht mehr angehören. Ihnen danke ich herzlich für ihren Einsatz zum Wohle unserer Gemeinde.
Am 1. Mai hat die neue Wahlperiode 2026 bis 2032 begonnen und der Gemeinderat hat sich am 6. Mai konstituiert. Ein besonders spannender Tagesordnungspunkt war naturgemäß die Wahl des 2. Bürgermeisters und der 3. Bürgermeisterin. Diese Ämter werden in geheimer Wahl vom Gremium gewählt. Hierbei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, wie z. B. Mehrheitsverhältnisse im Gremium oder auch persönliche Eigenschaften, die die Bewerberinnen und Bewerber um das jeweilige Amt mitbringen.
Ich freue mich sehr, dass Michael Anner erneut zum 2. Bürgermeister gewählt wurde. Ich bin mir sicher, dass er mich auch in den kommenden sechs Jahren wieder sehr gut vertreten wird – vor allem in Hinblick auf die vielen internen Abläufe, die bei einem »Betrieb« mit über 140 Mitarbeitern anfallen, aber auch in Bezug auf viele Termine z. B. mit übergeordneten Behörden, von denen Sie naturgemäß sehr wenig mitbekommen. Auf der Position des 3. Bürgermeisters gab es einen Wechsel. Ich darf mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Martin Aufenanger bedanken, der dieses Amt – kombiniert mit dem Sozialreferat – sechs Jahre lang sehr gut mit Bedacht und Herzlichkeit ausgeübt hat. Neu gewählt wurde Rosi Hell, die auch das Sozial- und Jugendreferat übernimmt. Ich bin mir sicher, dass hier genau die richtige Frau auf diese Position gewählt wurde – hat sie doch schon in der Vergangenheit gezeigt, dass sie »das Herz auf dem richtigen Fleck trägt« und nicht nur bei vielen beliebt, sondern auch anerkannt ist. Ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit!
Das neue Gremium steht nun gemeinsam vor zahlreichen wichtigen Aufgaben. Dazu gehören sicherlich die zukünftige Energie- und Wärmeversorgung, der soziale Wohnungsbau, die weitere Ortsgestaltung – vor allem im Bereich des Bahnhofsumfelds – sowie der Erhalt und die Sanierung unserer bestehenden Infrastruktur. Ich wünsche mir deshalb auch für die kommende Wahlperiode eine sachliche und fraktionsübergreifende Zusammenarbeit – immer mit dem Ziel, die bestmöglichen Entscheidungen für unsere Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger zu treffen.
Es grüßt Sie herzlich Ihr
Andreas Friedrich
Erster Bürgermeister