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03.05.2022

Wirtschafts-, Tourismus- und Digitalisierungsausschuss

Aktuelle Zahlen
Als Erstes standen die touristischen Zahlen von Prien auf der Agenda. Wie die Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH (PriMa) Andrea Hübner berichtete, seien die Auswirkungen von Corona noch immer zu spüren, allerdings sei die Prognose für das laufende Jahr positiv. Im ersten Quartal lägen die Ankünfte mit rund 7.600 rund 30 Prozent hinter denen des Jahrs 2019 mit 11.087 Buchungen. Die Übernachtungen lägen mit 16.700 rund ein Viertel hinter denen von 2019 mit 22.151, jeweils ohne die Kliniken. So verzeichneten die Hotels bei den Ankünften rund 6.400 im Gegensatz zu 2019 mit 9.840 Buchungen; die Übernachtungen lagen mit 12.818 hinter denen von 2019 mit 18.240. Bei den Ferienwohnungen hielten sich die Zahlen in etwa die Waage; so stünden 363 Ankünfte (2022) 395 Ankünften (2019) und 1.985 Übernachtungen (2022) 2.127 (2019) gegenüber.

Sommer beinahe ausgebucht
Die Prognose für den Sommer sei positiv, so Hübner. Prien werde stark nachgefragt, für den Sommer seien laut Auskünften der ansässigen Hotellerie kaum noch Unterkünfte zu bekommen. Der Trend zu kurzfristigem Buchen halte an, ebenso, Urlaub in Deutschland zu machen. Eine Veränderung zeige sich hier vor allem bei den unter 30-Jährigen, die vermehrt in der Heimat ihre Ferien verbringen wollten. Dabei sei eine Steigerung von fast 25 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt würden mit 72 Prozent der Deutschen heuer fast doppelt so viele wie früher im Inland bleiben; 2019 waren dies nur 39 Prozent. Dennoch würde es bis 2024 dauern, bis sich die Lage wieder auf dem alten Niveau bewege, wie Tourismus-Experten einschätzten, erklärte Hübner.

Eier und Hasen im Diskurs
Danach kamen die Aktivitäten des »Priener Frühlingserwachens« zur Sprache. Dafür wurden rund 200 Hasen und Eier aus Holz, die die PriMa zur Verfügung gestellt hatte, von Unternehmen, Schulen und Kindertagesstätten bemalt und im Ortszentrum verteilt. Neu sei der Österliche Kreuzweg von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Chiemsee sowie der bunt gestaltete Osterbrunnen am Marktplatz gewesen, den die kirchliche Jugend aller Konfessionen gestaltet hatte, wie Andrea Hübner berichtete. Insgesamt seien die Maßnahmen positiv erachtet worden, die Anzahl der Hasen wurde teils als »absolut ausreichend« und der Osterbrunnen vereinzelt als »geschmacklos« bezeichnet.

Rückmeldung vom Gremium
Michael Anner (CSU) erklärte, die Gestaltung der Hasen sei ausbaufähig. Sie seien zum Teil sehr gut angekommen, bspw. sei das Highlight, die »Blumenkinder«, entwendet worden, so gut habe dies jemandem gefallen. Man habe mit den Figuren Geschichten erzählen wollen; nun müsste man sich eben wieder neue ausdenken. Ulrich Steiner (Die Grünen) sagte, schön sei das Miteinander im Markt gewesen. Aber es habe auch Kritik gegeben, vor allem, dass das Zentrum für Marketingzwecke benutzt worden sei. Besser wäre es, gezielt einige Plätze mit weniger Hasen zu bestücken. Insgesamt frage er sich, ob es sinnvoll sei, dass eine Verwaltung ein Ortsbild gestalte oder ob es nicht besser sei, Künstler ein Konzept erarbeiten zu lassen, damit die Aufenthaltsqualität stimme. Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt (Die Grünen) fragte, welche Maßnahmen zur Steigerung der optischen Qualität geplant seien. Hübner antwortete, man wolle nächstes Jahr die Holzstelen beidseitig bemalen und die bisherigen renovieren und aufhübschen lassen. Gunther Kraus (CSU) meinte, er habe bei den Aktivitäten ein Gemeinschaftsgefühl im Ort festgestellt. Diesen Weg müsse man weitergehen und neue Ideen zur Gestaltung entwickeln.

Kunst-Zeit mit zwei Preisen
Dem folgte der Ausblick auf die Galerie im Alten Rathaus und die kommende Kunst-Zeit. Derzeit werde noch »Glanzvoll – die Kunst der Prinzregentenzeit am Chiemsee« gezeigt. Die Kunst-Zeit mit Exponaten im öffentlichen Raum werde am 27. Mai eröffnet; sie laufe bis 31. Juli. Heuer würden zwei Preise vergeben. Der eine für die »Junge Kunst« vom Kulturförderverein in Höhe von 1.000 Euro für den besten Nachwuchskünstler und ein anderer für eine »herausragende künstlerische Position« in Höhe von 1.000 Euro, die der Rotary Club Chiemsee ausruft. Neu sei heuer als Standort die Lagerhalle am Bahnhof, die als Kunsthalle mit wechselnden Werken bestückt werde, ebenso wie die alte Scheune im Lindlhof in Trautersdorf. Teile der Holographie-Schenkung würden zudem im Foyer des Tourismusbüros sowie im Foyer des Chiemsee Saals ausgestellt.

Anregungen zur Ausführung
Karina Dingler (Überparteiliche Wählergemeinschaft, ÜWG) sagte, sie sei darauf angesprochen worden, dass gewünscht werde, bei der Preisverleihung auch über den Künstler zu informieren sowie seine Werke vorzustellen. Auf die Nachfrage von Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt (Die Grüne), bis zu welchem Alter ein Künstler noch als Nachwuchs gelte, erklärte Hübner, bis 45 Jahre. Im Weiteren regte Hoffmann-Kuhnt an, die Kunst-Zeit auch auf einschlägigen Portalen auszuschreiben und so überregionale Künstler anzuwerben. Zudem schlug sie vor, bei den geflüchteten Ukrainern Malwettbewerbe auszurufen bzw. dort nach Künstlern anzufragen. Hübner begegnete dem, dass die Kunst-Zeit eigentlich für regionale Künstler ausgerichtet sei, man aber darüber nachdenke, in zwei Jahren bei der nächsten Kunst-Zeit auch internationale Kunstschaffende aufzunehmen.

Swinging Prien
Danach stellte Andrea Hübner das Programm von »Swinging Prien« vor, dass heuer sein 20-jähriges Jubiläum feiere. Es beginne traditionell am Freitag, 1. Juli mit »Blues4Use« im Kleinen Kurpark und gehe am Samstag, 2. Juli auf vier Bühnen weiter. Neu sei die Band »Brass2Go«, die spielend durch die Straßen von Prien laufen würde. Es ende am Sonntag mit einem Ökumenischen Gottesdienst mit anschließendem Frühschoppen und dem Radkriterium des Radfahrervereins. Für die gastronomische Verpflegung seien ansässige Wirte mit Foodtrucks geplant, allerdings seien nicht alle Plätze vergeben worden, so dass man auch auf externe Gastronomen habe zurückgreifen müssen.

Erfolgskonzept Priener Gutschein
Dem schloss sich der Priener Gutschein an, der erfreulich gut laufe, wie Hübner erläuterte. Bis dato seien Gutscheine im Wert von 171.830 Euro verkauft worden, 110.000 davon über das Tourismusbüro. Gutscheine im Wert von 86.200 Euro seien bereits eingelöst worden, an der Spitze der »Akzeptanzstellen« stehe Tom’s Tankstelle, gefolgt von Sport Kaiser und Edeka Kaltschmid. Gunther Kraus (CSU) regte an, dafür auch edle Geschäfte wie Juweliere und Ähnliches anzuwerben.

Vandalismus kommt zur Anzeige
Als letzter Tagungspunkt informierte Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) über einen aktuellen Fall von Vandalismus in Prien, der in letzter Zeit sehr zunehme. Seien die mutwilligen Verwüstungen in der vergangenen Zeit ein paar Mal pro Jahr aufgetreten, finde dies nun im zweiwöchigen Rhythmus statt. Meist sei das Eichental sowie die dortigen Toilettenanlagen betroffen. Nun seien aber über Ostern die Toiletten am Bahnhof verwüstet worden. Bis dato beliefen sich die Kosten für Reinigung und Wiederherstellung im Jahr 2022 auf rund 5.000 Euro, da dabei Spiegel wie auch Toilettenbrillen zerstört und die Räumlichkeiten stark verunreinigt worden seien.

Mit Deutlichkeit machte das Gemeindeoberhaupt klar, dass jeder Vorfall zur Anzeige gebracht werde, wenn auch gegen Unbekannt. Aber die Polizei ermittle. Sie habe dabei ihre Taktiken, denn Polizisten seien ebenso auf Portalen wie WhatsApp und Telegram gemeldet und verfolgten auf diesen Wegen die dortige Kommunikation. »Sie lesen quasi mit, sollten sich die Verursacher mit ihren Taten brüsten«, so Erster Bürgermeister Andreas Friedrich.