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03.02.2026

Wirtschafts-, Tourismus- und Digitalisierungsausschuss

Tourismuszahlen 2025
Als Erstes stellte der Leiter des Tourismusbüros Florian Tatzel die Tourismuszahlen 2025 vor. So seien die Ankünfte im gesamten Jahr ohne die Kliniken mit 98.700 leicht gegenüber dem Vorjahr mit 99.937 gesunken; was ein Minus von 1,24 Prozent bedeute. Die Übernachtungen im gleichen Zeitraum seien mit 297.114 leicht gegenüber 2024 mit 292.495 gestiegen; was ein Plus von 1,58 sei. Nach Objekten hätten die Übernachtungen bei den Campingplätzen sowie in den Ferienwohnungen bei nahezu gleichen Ankunftszahlen zum Vorjahr etwas zugelegt. Die Gasthöfe und Hotels hätten im Vergleich zu 2024 leichte Verluste vorzuweisen. Das Minus von rund 6.800 Übernachtungen bei den Hotels sei auch darauf zurückzuführen, dass ein Hotel Zimmer an eine Klinik abgegeben habe. Die Bauernhöfe, Pensionen und Hotels Garni seien in etwa gleichgeblieben. Insgesamt bedeute dies, dass die Urlauber länger bleiben würden, was wünschenswert sei. Im Schnitt sei die Aufenthaltsdauer von 5,45 im Jahr 2024 auf 5,57 im Jahr 2025 gestiegen, was von den Vermietern begrüßt werde. Der Punkt stand zur Kenntnisnahme.

Diridari-Gutscheine
Danach informierte Tatzel über den Stand der Priener Gutscheine. Seit 2020 seien Gutscheine im Wert von knapp 440.000 Euro verkauft und in Höhe von rund 326.000 eingelöst worden. Der höchste Umsatz sei mit knapp 114.000 Euro 2021 erzielt worden. Das schlechteste Jahr sei 2024 mit 66.000 Euro gewesen, der Umsatz sei aber 2025 wieder auf 72.000 gestiegen. Insgesamt seien in 2023 2.400 Gutscheine, 2024 1.759 Gutscheine und 2025 2.195 Gutscheine verkauft worden. Eingelöst worden seien sie vor allem bei Sport Kaiser, in Tom´s Tankstelle und im Hagebaumarkt. Wie Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ergänzte, sei die Verfallsquote sehr gering. Das Geld fließe an den Einzelhandel und bleibe vor Ort. Es sei eine gute Maßnahme.

Priener Platzerl
Im Anschluss kam der Sachstand zu den »Priener Platzerl« zur Sprache. Diese sollen einen informativen Rundgang durch den Ort ermöglichen. An ausgewählten Standorten werden Stelen oder Schilder mit historischen Informationen zu den Gebäuden oder Bauwerken aufgestellt. Sie habe für die Recherche mit Ortskundigen wie dem Kreisheimatpfleger und Kulturbeauftragten der Gemeinde Karl J. Aß, dem Ehrenvorsitzenden des Kulturfördervereins Friedrich von Daumiller sowie mit dem Vorsitzenden der Prien Partner Dr. Herbert Reuther gesprochen, so die mit dem Projekt beauftragte Leonie Muschalla vom Tourismusbüro. Die Standorte stünden fest, die Texte würden derzeit bearbeitet und Fotos ausgewählt. Die Standortgenehmigung müsse noch mit dem Denkmalschutzamt abgesprochen werden. Schließlich würden die Inhalte mit Fotos, Videos usw. in die Bayern History-App integriert. Ziel sei es, dies bis zum Ende des Jahres zum Teil umzusetzen.

Material-Varianten
Danach präsentierte sie die Varianten der auswechselbaren Stelen, die auf verschiebbaren Sockeln stünden. Die meisten würden im Ortskern, am Chiemsee sowie im Eichental aufgestellt. Insgesamt seien 24 Stelen geplant, so Muschalla. Als Material stünden Edelstahl (Kosten rund 20.000 Euro) oder roher Stahl (rund 13.000 Euro) zur Wahl. Erste Rückmeldungen des Gremiums sprachen sich für Edelstahl aus. Kersten Lahl (BfP) erklärte, dies mache den Ort interessanter und die Stelen würden den Einzelhandel aufwerten. Gunther Kraus (CSU), von dem die Idee zur Aufnahme in die Bayern History-App stammte, sagte, dies mache Prien attraktiver. Er sei gespannt, was an Texten komme. Es sei eindeutig eine Aufwertung des Markts. Die Entscheidung für das Material werde gefällt, sobald Muster vorhanden seien, schloss Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). Der Punkt stand zur Kenntnisnahme.

Ergebnis der Winteraktion
Danach informierte der Leiter der Abteilung Tourismus, Kultur und Wirtschaftsförderung Tobi Huber über das Ergebnis von »Prien on Ice«. Die endgültigen Zahlen stünden noch nicht fest. Insgesamt sei das Angebot sehr gut angenommen worden. Durch den neuen Steg und die Verkaufshütten sei es gemütlicher an der Kunsteisbahn geworden. Er habe schöne Rückmeldungen erhalten. An den Öffnungszeiten müsse man noch nachbessern, um die Umsatzziele zu erreichen. Nach Abzug der Spenden der Kulturpartnerschaften, die das Projekt erheblich unterstützt hätten, kämen auf Prien Kosten in Höhe von 30.000 bis 35.000 Euro zu. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ergänzte, die Aktionen hätten eine deutliche Aufwertung der Winterzeit bewirkt. Es seien Angebote für die Familien mit Kindern gewünscht gewesen, das sei überaus gelungen. Der Punkt stand zur Kenntnisnahme.

Gestaltung Wendelsteinplatz
Im Anschluss erläuterte Huber seine Gedanken zur Umgestaltung des Wendelsteinplatzes.  Man werde Sonnensegel aufstellen. Beim Bodenbelag gehe man in Richtung Pflaster, damit der Boden nicht versiegelt werde. Diese könne man nach Mustern bspw. eines Schachbretts gestalten. Eine weitere Idee wäre ein ebener Springbrunnen, der auch einen kühlenden Effekt im Sommer bringe. Der neue Steg und die Verkaufshütten würden bleiben. Darin könnten die Vereine etwas anbieten. Auch würden wöchentlich wechselnde Foodtrucks ihre Speisen verkaufen. Einige Stunden vor Beginn des Musikfests »Swinging Prien« könne man eine Modenschau präsentieren, ebenso einen Musiksommer inszenieren sowie Public Viewing für die WM anbieten. Im weiteren Verlauf des Sommers käme die Beach Bar an den Platz, möglich wäre auch ein Open-Air-Kino – der Platz biete viele Optionen.

Förderung angedacht
Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) erklärte, dies seien erste Überlegungen. Im Februar würde ein Landschaftsplaner Vorschläge erarbeiten. Für die kostenintensiven Pflastersteine und den Springbrunnen würde man eine Städtebauförderung beantragen. Diese setze ortsnahe Veranstaltungen voraus, aber die geplanten Aktionen würden den Zusammenhalt und die Gemeinschaft im Ort unterstützen. Das Problem sei, dass der Platz als Park definiert sei. Zunächst werde die Kunsteisbahn abgebaut, Sitzmöbel am Steg positioniert und die Beschattung durch die Sonnensegel anvisiert. Mehr würde dieses Jahr wohl nicht passieren, so das Gemeindeoberhaupt. Donat Steindlmüller warf ein, dass man aufgrund des Fundaments der Sonnensegel zunächst über den Bodenbelag entscheiden müsse.

Diskurs im Gremium
Kersten Lahl (BfP) sagte, man müsse sich entscheiden, was wichtiger sei: auf die Aufenthaltsqualität oder die Veranstaltungen setzen. Beides zusammen erachte er als schwierig. Den Springbrunnen halte er für eine sehr gute Idee. Die Umgebung sollte möglichst grün sein, wobei dann der Platz für Veranstaltungen fehle. Das Gemeindeoberhaupt erklärte, der Brunnen sei eben wie der am Hafen, dies funktioniere mit den Veranstaltungen sehr gut. Der Spielplatz, die Sitzgelegenheiten für die Eltern, der nahe Bücherschrank, der Lesestoff biete, und das Wasser, an dem Kinder spielen könnten, passe gut zusammen. Der Wirtschaftsreferent Gunther Kraus (CSU) sagte, ihm würden die Ideen sehr gut gefallen. Der Brunnen würde die Aufenthaltsqualität steigern. Die Bäume könne man am Rand planen, damit sie Schatten auf den Platz werfen würden. Es finde, dies gehe in die richtige Richtung. Auch dieser Punkt stand zur Kenntnisnahme.

Wirtschaftsfaktor Tourismus
Im Anschluss stellte Huber die Ergebnisse der Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus für 2024 vor, die alle fünf Jahre erhoben werde. Damit solle die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für Prien aufgezeigt werden. Die Daten belegten, dass der Bruttoumsatz des Tourismus pro Einwohner in Prien bei knapp 13.000 Euro, während er im gesamten Gebiet des Chiemsee Alpenlands bei nur knapp 3.000 Euro liege. Dies zeige, welche Bedeutung der Tourismus für Prien habe und der Markt eine der größten Destinationen in der Region sei. Der Bruttoumsatz habe im Jahr 2024 bei 140 Mio. Euro gelegen und damit rund 18 Mio. Euro über dem Wert aus 2019 mit 122 Mio. Euro. Die touristische Wertschöpfung sei von 66 Mio. Euro auf 76 Mio. Euro in den vergangenen fünf Jahre gestiegen. Die Aufenthalte pro Einwohner seien zwar von 209 auf 198 Tage gesunken, jedoch hätten sich die Übernachtungen von 81 Mio. Euro auf 96 Mio. Euro erhöht. Die Umsätze der Tagesgäste seien von rund 41 Mio. Euro (2019) auf rund 44 Mio. Euro (2024) gestiegen. Würde man die Einnahmen auf ein Einkommen pro Mitarbeiter umrechnen, könnten 2.056 Menschen davon leben.

Ein Plus für alle
Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ergänzte, damit sehe man, wie wichtig der Tourismus für den Markt sei und wie viele Arbeitnehmer davon abhängig seien. Der Einzelhandel profitiere ebenso wie die Gastronomie davon, die ohne Urlauber in diesem Umfang nicht vorhanden wäre. Natürlich gebe es auch Belastungen bspw. im Verkehr. Aber Prien sei nun einmal ein Tourismus-Ort. Der Wirtschaftsreferent Gunther Kraus (CSU) sagte, der Tourismus trage zur Lebensqualität bei. Sorge hätte er nicht aufgrund des Verkehrsaufkommens, sondern, wenn die Straßen leer seien. Alle Bürger hätten etwas davon, auch, wenn sie nicht direkt im Tourismus arbeiten würden. Der Punkt stand zur Kenntnisnahme.

Leerstands-Management
Danach stellte Huber seine Gedanken zur Steuerung des Leerstands und der Standortentwicklung vor. Er schlage vor, ein zusätzliches jährliches Budget in Höhe von 100.000 Euro zur Wirtschaftsförderung, den Erhalt des Ortszentrums und der Bekämpfung der Leerstände einzustellen. Er denke an ein aktives Leerstands-Management, bei dem Eigentümer sowie potenzielle Nutzer angesprochen und zusammengebracht würden. Es solle eine temporäre Nutzung als Zwischenlösung sowie eine dauerhafte Miete möglich sein. Dafür solle auch die Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein »Prien Partner« verstärkt werden. Er wolle eine Plattform »Wirtschaftsstandort Prien« ins Leben rufen, die mit einer Kampagne bspw. mit Videos, in denen die Vorteile des Tourismus-Standorts aufgezeigt würden, beworben werde. Zurzeit kümmere er sich allein darum, er plädiere für Unterstützung dabei.

Diskurs im Gremium
Karina Dingler (ÜWG) erklärte, es sei ein Problem, wenn Eigentümer ihre Geschäfte lieber leer stehen lassen würden, anstatt die Miete zu reduzieren. Viele Einzelhändler würden aufgeben, weil sie die Pacht nicht mehr bezahlen könnten. Eine Zwischennutzung, insbesondere für Künstler begrüße sie. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) erklärte, er verstehe auch die Vermieter, die vielleicht eine Finanzierung laufen und somit Ausgaben zu stemmen hätten. Kersten Lahl (BfP) sagte, er finde den Ansatz grundsätzlich richtig, dies seien Investitionen für eine Wertschätzung. Oft schließe sich bei einer Ladenschließung der nächste Leerstand in der Nachbarschaft an, da die Laufkundschaft ausbliebe. Daher seien die Touristen wichtig, da sie vor Ort einkaufen würden. Gunther Kraus (CSU) lobte den Ansatz als gute Idee, die man weiterverfolgen solle. Man müsse dabei auch an die Arbeitskräfte denken, die oft fehlten. Das Gremium beschloss einstimmig, ein Budget in Höhe von 60.000 Euro jährlich für diese Wirtschaftsförderung einzurichten.

»Sommerfrische«-Konzept
Als letzter Tagungspunkt stellte Tobi Huber den Sachstand zu seinem Marketingkonzept vor, dessen Kern die »Sommerfrische« als gestalterisches Prinzip für Entschleunigung und Ruhe sei. Die Gestaltung sei klar und in einer reduzierten Bildsprache, die von einer Vintage-Ästhetik mit Anklängen der 70er und 80er Jahre ergänzt werde. Dieses Konzept sei in einem Handbuch festgehalten, das die Grundlagen der Kommunikation definiere. Es werde bei allen Printprodukten, Schildern und Tafeln sowie auf allen neuen Medien und Formate bereits angewendet bzw. sukzessive ausgetauscht.