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08.07.2025

Wirtschafts-, Tourismus- und Digitalisierungsausschuss

Tourismuszahlen der Gemeinde
Als Erstes kamen die aktuellen Tourismuszahlen der Gemeinde zur Sprache. Wie der Leiter des Tourismusbüros Florian Tatzel informierte, seien die Zahlen im April nicht rosig gewesen. Nun aber in der Übersicht von Januar bis Juli habe sich die Situation deutlich positiv entwickelt. So hätte sich mit 42.315 Ankünften (2025) zu 40.352 im Vorjahr die Zahl um knapp 5 Prozent, die Übernachtungen mit 120.626 (2025) zu 111.724 im Vorjahr um knapp 8 Prozent erhöht, jeweils ohne Kliniken. Wobei noch Nachmeldungen möglich seien. Schaue man auf die Art der Unterkünfte würden die Zahlen in allen Bereichen zum Vorjahr im Plus stehen. Nur bei den Gasthäusern weise man ein Minus auf. Die Zahlen bei Pensionen und Bauerhöfen seien rückläufig, was aber auf mittlerweile verstorbene Vermieter zurückzuführen sei. Ein deutliches Plus von beinahe 10.000 mehr Übernachtungen als im Vorjahr sei bei den Campingplätzen zu erkennen, was am wetterbedingt sehr guten Juni gelegen habe. Auf Nachfrage erklärte Tatzel, dass die Wohnmobil-Stellplätze am Beilhackparkplatz und am Prienavera Erlebnisbad nicht berücksichtigt worden seien.

Prien im Plus
Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ergänzte, dass Prien einen Zuwachs zähle, wo anderenorts die Zahlen im Minus lägen. So hätten bayernweit die Tourismuszahlen von Januar bis April ein Minus von 7,1 Prozent, in Oberbayern ein Minus von 1,6 Prozent und der Chiemgau-Alpen-Tourismus im Landkreis Rosenheim ein Minus von 10,9 Prozent ausgewiesen; Prien hingegen zähle einen Zuwachs von 0,2 Prozent. Das zeige, dass die Tourismusabteilung mit ihrer Werbung und ihrem Marketing eine sehr gute Arbeit mache, so das Gemeindeoberhaupt. Der Punkt stand zur Kenntnisnahme.

Neuer öffentlicher Nahverkehr
Danach ging es um das Nachfolgekonzept für die Chiemsee-Ringlinie, die zum Dezember 2025 eingestellt werde. Wie Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) weiter ausführte, habe der Landkreis ein neues Konzept vorgestellt, bei dem es an den Wochenenden und Feiertagen vier weitere Fahrten am Vormittag, am frühen Nachmittag, am frühen und späten Abend geben werde, ebenso eine zusätzliche Fahrt am Abend an den Wochentagen – und das nicht nur im Sommer, sondern ganzjährig. Bisher seien Kosten in Höhe von knapp 160.000 Euro entstanden. Nach Einnahmen durch Fahrgeld, dem Anteil der Landkreise und den Beteiligungen der Gemeinden würden 27.000 Euro beim Landkreis Rosenheim verbleiben. Prien trage einen Teil in Höhe von etwas über 17.000 Euro. Hintergrund sei die Nutzung von E-Bikes, die zu einem geringeren Bedarf an Rücktransporten bei den Radfahrern gesorgt habe. Weshalb die Fahrrad-Mitnahme bei den neuen Busfahrten nun wegfalle. Ab Januar würde die Linie 9505 von Prien über Bernau, Staudach-Egerndach nach Reit im Winkl fahren, die Linie 9520 von Prien über Seebruck nach Traunstein und die Linie 9509 von Reit im Winkl nach Traunstein. Auch dieser Punkt stand zur Kenntnisnahme.

Neugestaltung des Wendelsteinplatzes
Im Anschluss informierte der Leiter der Abteilung Kultur und Wirtschaft Tobi Huber über die Entwicklung des Wendelsteinplatzes. Ziel sei es, den Platz mit Imbiss- bzw. Eiswägen, Gastrohütten und Veranstaltungen ganzjährig attraktiver zu machen bzw. die Möglichkeit dafür zu schaffen. Der Platz habe Potenzial, so Huber. In einem ersten Schritt sei ein Holzsteg und eine Beschattung angedacht. Es gebe derzeit zwei bis drei Angebote, die sich von der optischen Ausführung (recht- oder dreieckig) und der Technik (ein- und ausrollbar oder fest verbaut) unterscheiden würden. Zudem wolle man einen Holzsteg anbringen, auf dem im Winter die Gastrohütten aufgestellt würden. Im Sommer könne man sich dort sonnen. Die Hütten sollten im wöchentlichen Rhythmus verpachtet werden, so dass das kulinarische Angebot variiere. Die Böden sollten heller, eventuell gepflastert oder mit einem Tartan-Belag ausgestattet werden; zudem denke man über einen Basketballplatz nach.

Diskurs im Gremium
Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ergänzte, im Haushalt seien dafür keine Gelder eingestellt, man müsse sie einsparen. Als Haushaltsreste stünden 80.000 bis 100.000 Euro zur Verfügung. Den Holzsteg und die Hütten betrachte er positiv, sie könnten noch heuer umgesetzt werden. Der Basketballplatz fand im Gremium wenig, die Hütten und der Holzsteg viel Zustimmung. Heftig diskutiert wurde die Lösung einer neuen Bodenfläche. Ulrich Steiner (Die Grünen) monierte, dass dies alles nur Stückwerk sei. Er plädiere für ein Gesamtkonzept im Sinne einer grundsätzlichen Gestaltung durch einen Profi. Zudem stellte er einen Antrag zur Geschäftsordnung, den Sachverhalt zur Beratung in die Fraktionen zurückzustellen. Dies wurde mit 6:2 Stimmen abgelehnt. Dafür waren Ulrich Steiner und Angela Kind (beide Die Grünen).

Geteilte Abstimmung
Im Anschluss wurde in vier Schritten über das Konzept von Tobi Huber mit Ausnahme des Basketballplatzes abgestimmt. Grundsätzlich dafür sowie für eine schrittweise Umsetzung stimmte das Gremium mit 6:2; dagegen waren die Gemeinderäte der Grünen. Im Anschluss stand die Beauftragung der Verwaltung, den Holzsteg, die Gastrohütten sowie eine abgrenzende Steinmauer zu beschaffen zur Wahl, was ebenso wie zuvor mit 6:2 befürwortet wurde. Als Nächstes stand die Wahl eines neuen Bodenbelags zur Abstimmung. Einstimmig beauftragte das Gremium die Verwaltung, verschiedene Bodenbeläge wie Kunstrasen, Tartan oder Kies in einer Pro-und-Contra-Beurteilung dazustellen. Eine Umsetzung werde für 2026 angestrebt. Als Letztes wurde über den Sonnenschutz abgestimmt; dabei sprach sich das Gremium mit 6:1 Stimmen für die Variante aus, die sich bei starkem Wind automatisch aufrollt. Martin Aufenanger (FP) war dagegen und Ulrich Steiner (Die Grünen) nicht im Raum.

Osterhasen-Aktion
Danach ging es um die Fortführung der Osterhasen-Aktion. Wie Tobi Huber erklärte, hätten die Figuren eine identitätsstiftende Wirkung auf Kinder und Familien. Es sei zudem eine Mitmach-Aktion mit Schulen und Vereinen. Es sei der Wunsch des Initiators, die Prien Partner, dies fortzuführen und weiterzuentwickeln. Michael Anner (CSU) erklärte, die Figuren, insbesondere die der drei Bürgermeister seien gut angekommen. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) sagte, es habe aber auch Kritik gegeben. Das Gremium stimmte einhellig dafür, die Aktion mit Hasen zu Ostern und Kürbissen im Herbst in einem Kostenrahmen in Höhe von 2.500 Euro fortzuführen. Die Prien Partner seien für die Restaurierung, Platzierung und die Programmpunkte zuständig.

Kulturpartnerschaften
Danach stellte Tobi Huber einen neuen Werbeansatz vor, um Kulturpartnerschaften zu generieren. Gegen einen jährlichen Beitrag würden die Sponsoren in allen Gemeinde-Medien erwähnt sowie bei Veranstaltungen auf Plakaten und Bannern genannt usw. Man rechne mit einem Volumen in Höhe von bis zu 50.000 Euro, so Huber. Der Punkt stand zur Kenntnisnahme.