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29.09.2021

Unerlaubte Abfallablagerungen sind kein Kavaliersdelikt

aufgrund diverser Vorfälle machen wir darauf aufmerksam, dass pflanzliche Abfälle – genau wie der übrige Müll – dem öffentlichen Entsorgungsträger zu überlassen sind.

Die Rechtslage ist also eindeutig. Darüber hinaus gibt es aber weitere gravierende Gründe, die belegen, dass diese Art der illegalen Abfallentsorgung alles andere als ein Kavaliersdelikt ist.

  • Durch das Einbringen zusätzlicher Biomasse wird der Nährstoffhaushalt des Bodens ver-ändert. Was auf Äckern und im Gartenbau erwünscht ist – nämlich viele Nährstoffe für üppiges Pflanzenwachstum - verändert in der freien Landschaft die vorhandene Vegetation. Konkurrenzschwächere Arten werden infolge der Überdüngung durch stickstoffliebende Arten wie Brombeeren und Brennnesseln verdrängt.
  • Gartenabfälle können Sprossteile, Wurzeln, Zwiebeln oder Samen von konkurrenzstarken, nicht heimischen Pflanzen enthalten, die sich ausbreiten (invasive Arten) und die vorhan-dene Vegetation verdrängen. Beispiele sind der Japanische Staudenknöterich, aber auch der beliebte Kirschlorbeer.
  • Sobald irgendwo Gartenabfälle abgelagert werden, finden sich Nachahmer. So entstehen allmählich ganze Deponien. Im schlimmsten Fall kommt weiterer Müll hinzu. Das fängt an mit noch halb dekorierten Weihnachtsbäumen und kaputten Pflanztöpfen und endet bei Plastikutensilien und Bauschutt aller Art.
  • Kann der Verursacher nicht festgestellt werden, ist der Eigentümer der betroffenen Flächen verpflichtet, die Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Bei öffentlichen Flächen zahlt letztlich der Steuerzahler für die Rücksichtslosigkeit einzelner.
  • Nicht zuletzt sind Gartenabfälle in der freien Natur weder für Anlieger noch für Spazier-gänger ein schöner Anblick.

Eine gute Alternative ist das Kompostieren des anfallenden Materials im eigenen Garten. Komposthaufen beanspruchen relativ wenig Platz und reine Gartenabfälle entwickeln auch keine störenden Gerüche. Das Material zersetzt sich und wandelt sich in allmählich in fruchtbaren Humus um, der wieder im Garten verwendet werden kann.
Größere Mengen an Gartenabfällen, die die Möglichkeiten der Kompostierung im eigenen Grundstück überschreiten können im Wertstoffhof oder den Kompostieranlagen des Landkreises Ro-senheim angeliefert werden.

Auch Grünabfälle sind rechtlich Müll und müssen umweltgerecht entsorgt werden. Die korrekte Entsorgung von Gartenabfällen schützt die Umwelt und trägt zu einem attraktiven Landschaftsbild bei.

Jeder, der Gartenabfälle anders als erlaubt entsorgt, insbesondere am Priendamm oder auch im Wald, muss nach Auskunft des Landratsamtes Rosenheim mit einem Bußgeld rechnen, sollte durch Sickerwässer eine Verunreinigung von Gewässern erfolgen, sogar mit einer Strafanzeige.
Auch das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile ist nicht mehr gestattet.