https://www.prien.de/
Sie sind hier: Rathaus

17.03.2022

Heimatmuseum öffnet wieder

Ab Freitag, 1. April, ist das Priener Heimatmuseum wieder zu den regulären Öffnungszeiten, Dienstag bis Sonntag, 13 bis 17 Uhr, geöffnet.

Noch bis einschließlich Sonntag, 24. April sind die Sonderausstellungen »Franz von Roubaud 1856 bis 1928 – Zeichnungen« sowie »Auf Papier – Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Priener Kunstsammlung« zu sehen. Darunter auch das expressive Bild »Blick auf den Chiemsee« von 1939, das erst kürzlich für die kommunale Sammlung aus dem Kunsthandel erworben werden konnte.

Walter Marcuse, geboren 1896 in Mannheim, verstorben 1976 in Fosterdale / Sullivan County, war ein deutsch-jüdischer Maler und Grafiker, der ab 1920 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte. Früh schon konnte er sich durch herausragende Aufträge einen Namen verschaffen. So illustrierte er 1927 die Erstausgabe von »Wir sind Gefangene« sowie 1928 das »Bayrische Dekameron« von Oskar Maria Graf. 1933 mit Berufsverbot belegt, flüchtet er 1940 in die USA und kehrte erst 1951 nach Deutschland zurück. 1952 fand eine Ausstellung in der Galerie Schöninger in München statt. Nach einer 1953 unternommenen Reise durch den Chiemgau und das Neckartal verließ er Deutschland endgültig und kehrte in die USA zurück. Sein Vater Dr. med. Julian Marcuse war ein bekannter Münchner Arzt und wurde 1942 in Theresienstadt ermordet. Walter Marcuse, der auf der Ratzinger Höhe gelebt hat, ist ein herausragender Vertreter des »Expressiven Realismus«, der sogenannten »Verschollenen Generation«, die durch die Kunstpolitik der Nationalsozialisten und der anschließende Nichtbeachtung nach 1945 ihres Erfolges beraubt wurden.