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25.01.2022

AUS DER SITZUNG DER ELTERNBEIRÄTE

Zum alljährlichen Austausch trafen sich am Dienstag, 25. Januar die Elternbeiräte der Priener Schulen sowie Verantwortliche in der Jugendarbeit im Chiemsee Saal zu einem Austausch. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich begrüßte die Anwesenden und überreichte als Erstes die jährliche Weihnachtsspende in Höhe von 200 Euro an jede Schule. 2008 wurde diese Tradition von dem damaligen Ersten Bürgermeister Jürgen Seifert eingeführt. Mit ihr soll unbürokratisch Kindern aus sozial schwachen Familien geholfen werden, bspw., um an einer Klassenfahrt teilnehmen zu können.

Überblick über Sachstand
In seinem Überblick verwies das Gemeindeoberhaupt darauf, dass die wichtigste Änderung zum Vorjahr der Präsenz-Unterricht sei, der wieder stattfinde. Zur Verschmelzung der Kommunalen mit der Staatlichen Realschule erklärte er, er hoffe, dass die neue Staatliche Realschule die Projekte der Kommunalen wie bspw. die Schulpartnerschaften mit Graulhet und Valdagno weiterführe. Mit dem Bau des neuen Horts an der Franziska-Hager-Schule habe man begonnen, er solle bis September 2023 fertiggestellt sein. Zu den Faschingsferien würde die Maßnahme vielleicht schon beginnen. 

Änderung der Verkehrsführung
Wie Donat Steindlmüller ergänzte, werde der Baustellen-Bereich abgesperrt, um den Schulweg sicherzustellen. Die Franziska-Hager-Straße sei dann nur noch in eine Richtung befahrbar, und zwar von der Seestraße kommend in Richtung Lidl. Um zur Schule zu gelangen, solle man über die Jensenstraße einfahren. Dafür würde dort während der Bauzeit ein Parkverbot ausgesprochen. Die Schüler könnten über den Pausenhof in die Schule gelangen, so der Geschäftsleiter. Bei Bedarf würden die Regelungen nachjustiert. An die Beiräte appellierte Steindlmüller, diese sollten die Eltern über diese Änderungen informieren.

Bericht der Jugendreferentin
Anschließend informierte Annette Resch über ihre Arbeit als Jugendreferentin. Der Jugendrat, ein Gremium von 14- bis 21-Jährigen, würde alle zwei Jahre gewählt. Die nächste Wahl wäre im Oktober. Der derzeitige Jugendrat habe eine Umfrage zu den Interessen der Jugend gestartet. Aus der Arbeit dieses Gremiums seien Projekte wie die Beach-Bar sowie der Skaterplatz entstanden. Auch die Neueinführung eines Sammeltaxis sei derzeit im Gespräch.

Jugendarbeit des Landratsamts
Danach stellte Moritz Beck vom Landratsamt Rosenheim die dortige Jugendarbeit vor. So gebe es eine landesweite Jugendbeteiligung »MyVision« bzw. »Das Rosenheimer Modell«, bei der nicht die einzelne Person, sondern die Jugend insgesamt angesprochen werde. Ziele seien u. a. deren Eigeninitiative und Eigenverantwortung zu stärken sowie das Demokratie-Verständnis und die politische Bildung zu fördern.  Angesprochen seien Jugendliche und junge Erwachsene aus dem gesamten Landkreis im Alter von 14 bis 27 Jahren, die sich Gedanken zu Themen machen sollen, die ihnen wichtig seien. In mehrtägigen Konferenzen würden diese herauskristallisiert und anschließend den Bürgermeistern der teilnehmenden Gemeinden vorgestellt.

Neues Jugendmagazin »around«
In diesem Zusammenhang sei auch das Jugend-Magazin »around« entstanden, das von jungen Menschen unter Anleitung einer Journalistin und eines Mediengestalters umgesetzt würde. Dort würden die Jugendlichen über ihre Themen sowie Veranstaltungen berichten. Für Vereine, Verbände oder andere Institutionen sei es möglich, auch deren Themen oder Termine in dem Magazin zu veröffentlichen.

Aktuelles aus dem Prienayou
Anschließend berichtete die Leiterin des Jugendtreffs Claudia Sasse über ihre Arbeit im Prienayou, der jungen Menschen ab 13 Jahren, vorwiegend aus schwierigen Verhältnissen, eine Heimstatt sowie Geborgenheit bieten möchte und sie in ihrem beruflichen wie privaten Werdegang unterstützt. Dabei findet eine Hausaufgabenbetreuung ebenso statt wie ein gemeinsames Kochen und Essen. Auch bei der Berufswahl würde den Jugendlichen geholfen. Im vergangenen Jahr hätte der Treff erst im Juni 2021 nach dem langen Lockdown unter der 2G-Regel wieder öffnen können. Dabei habe sie feststellen müssen, dass sie einige Jugendliche »verloren« hätten, weil diese sich zurückgezogen hätten.

Verschlechterung der Lebensumstände
Insgesamt hätten sich die Lebensumstände bei vielen verschlechtert. Schulangst, Essstörungen, Konflikte mit den Eltern, häusliche Gewalt, Depressionen und Selbstverletzungen hätten deutlich zugenommen. Einsamkeit, Ängste, zunehmender Drogenkonsum und fehlender Lebensmut seien mittlerweile auch in Prien festzustellen. Dies bestätigten auch andere Institutionen, mit denen sie im Austausch stehe. Da es für Termine bei Jugendpsychologen lange Wartezeiten gebe, drohe sich die Lage weiter zu verschlechtern, so Sasse.

Ausblick
Positiv berichtete sie über das Kultur-Sommerfest, das 2021 wieder habe stattfinden können. Für das kommende Jahr sei ein »Selbstbewusstseins-Training« für Mädchen geplant. Auf die Nachfrage erklärte sie, dass rund 50 Personen aus der Mittelschule, rund 30 aus der Förderschule, ein Dutzend aus den Realschulen und nur einige wenige aus der Freien Waldorfschule und dem Ludwig-Thoma-Gymnasium stammten. Aus dem Publikum kam der Hinweis, dass die 2G-Regelung für die Jugendarbeit ab der aktuellen Woche aufgehoben worden sei.

Lehrstellen und Mund-Art-Weg
Die Gemeinderätin und Mittelschul-Verbandsrätin Rosi Hell stellte anschließend die berufsorientierte Maßnahme an der Franziska-Hager-Mittelschule vor. Sie vermittle dabei Ausbildungsplätze, indem sie Firmen mit großem Erfolg persönlich anspreche. Im Weiteren informierte sie über den Mund-Art-Weg, der auf eine Idee der Praxisklasse zurückgehe. Gemeinsam mit sieben Nachbargemeinden wolle man auf Rundwegen oder Plätzen bayerische Begriffe zu Themen wie Genuss und Essen, Flora und Fauna sowie Brauchtum und Musik erläutern, so Hell. In Prien werde dieser entlang des Höfe-Rundwegs mit Schildern, die in lustiger Weise landwirtschaftliche Begriffe auf Bayrisch erklären, ausgewiesen. Der Mittelschulverband hat sich in seiner Sitzung für das einheitliche Schilder-Design von Sebastian Huber aus Breitbrunn entschieden. Der Mund-Art-Weg soll heuer im Juli in allen teilnehmenden Gemeinden fertiggestellt sein.

Unterstützung durch Paten
Anschließend erklärten Kerstin Stock und Konrad Bachhuber ihr Patenprojekt, mit dem Ehrenamtliche Schüler – quasi als Paten – erfolgreich zum Schulabschluss führen wollen. Prien besitze dabei im Landkreis Rosenheim mit 21 Ehrenamtlichen die größte Gruppe, so Stock. Der Lernbedarf sei aufgrund von Corona sehr hoch. Der als Pate tätige Konrad Bachhuber erklärte, dass er aufgrund von Kontaktbeschränkungen und der Corona-Regeln sich mit seinen Zöglingen im Freien treffe und spazieren gehe, um dabei über deren Probleme zu reden und Orientierung hinsichtlich der Berufswahl zu vermitteln.

Lokales Bündnis für Familien
Schließlich informierte die Gemeinderätin und Sozial- und Behinderten-Beauftragte Gabi Schelhas über ihr 2008 gegründetes Lokales Bündnis für Familien, bei dem Ehrenamtliche schnell und unbürokratisch helfen, wenn Not ist – sei es bei Fahrten von A nach B, der Begleitung von Personen, als Oma-/Opa-Paten oder als Haushaltshilfe. Man kenne sich und finde Lösungen.