Weihnachtsspende in Höhe von 200 Euro
Seit 2008 gibt es die Weihnachtsspende in Höhe von 200 Euro an alle Priener Schulen, die zum Jahreswechsel an deren Elternbeiräte mittels eines symbolischen Schecks übergeben werden. Mit ihr könnten finanzschwache Familien unbürokratisch unterstützt werden, deren Kinder sonst vielleicht nicht mit auf die Klassenfahrt gehen könnten, so Erster Bürgermeister Andreas Friedrich.
Aktivitäten der Jugendreferentin
Danach informierte die Jugendreferentin Rosi Hell (CSU) über ihre Aktionen im vergangenen Jahr. Die Wahl des Jugendrats sei angestanden. Es hätten sich nur sechs Interessierte gefunden, so dass es keine Wahl gegeben habe. Mittlerweile sei der Jugendrat auf acht Mitglieder angewachsen. Organisiert von dem Jugendbeamten der Polizei, der Caritas, der Diakonie, dem Jugendtreff sowie dem »Runden Tisch Jugend« habe es Anfang des Jahres drei Infoabende für Eltern und Kinder gegeben, die in Vorträgen über Suchterkrankungen, zur psychischen Entwicklung der Jugend sowie zu den Gefahren von Smartphones informiert hätten. Die Veranstaltung sei gut besucht gewesen und per Kamera dokumentiert worden. Der Film könne über einen QR-Code, der auf Flyern verbreitet würde, von Interessierten sowie von Schulen angeschaut werden. Im Weiteren hätte sie mit Bürgermeistern den Jugendtreff Prienayou besucht. Mit dem Jugendrat hätten sie an den Schären einen »Wertewegweiser« sowie am ausgebauten Eschenweg ein »Miteinander-Weg-Schild« für Rücksichtnahme untereinander aufgestellt. Zudem habe man eine Diskussionsrunde zum Wehrdienst abgehalten, bei der der Gemeinderat und Generalleutnant a. D. Kersten Lahl (BfP) für Informationen zur Verfügung gestanden habe. Als Anregung habe sie beim Vereinetreffen für ein ganztägiges Ferienprogramm für die Jugend geworben. Auch Ausflüge und Freizeitveranstaltungen wie der Besuch des Kletterwalds seien mit dem Jugendrat unternommen worden. Ebenso habe ein Vorlesetag in der Franziska-Hager-Grundschule zu ihrem Programm gehört.
Angebot im Prienayou
Danach informierte die stellvertretende Leiterin des Jugendtreffs »Prienayou« Eva Ellmayer-Schönberger, was alles angeboten würde. Wie die Elternbeiräte in einem kleinen Film sehen konnten, stehen den Besuchern mit Billard, Tischtennis, einem Boxsack sowie einem bestens ausgestatteten Musikraum viele Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung. Es werde täglich frisch gekocht und gemeinsam gegessen, so Ellmayer-Schönberger. Die Verköstigung sei kostenlos und werde vom Markt Prien gesponsert. Die Besucher seien meist männlich im Schnitt von 13 bis 15 Jahren. Die Jugendlichen kämen vor allem aus der Franziska-Hager-Mittelschule und der Kampenwandschule, wenige auch aus der Realschule und dem LTG. Die meisten stammten aus Prien, einige aus Aschau, Bernau und Bad Endorf.
Patenprojekt
Danach informierte Kerstin Stock und der Koordinator Matthias Ruh über ihr Patenprojekt, das vor rund 20 Jahren in Prien entstanden ist, um Mittelschüler bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen. Derzeit kümmerten sich 200 Ehrenamtliche um die Schüler der siebten bis neunten Klassen, denen es oft an Struktur und Disziplin fehle. Die Paten stünden als zuhörende Ansprechpartner in allen Anliegen zur Verfügung. Wie der Pate Mattias Ruh erklärte, seien die Aufgaben vielfältig. Oft seien gesundheitliche Krisen bei den Eltern, Probleme beim Lernen oder in der Schule, Streit mit Freunden oder in der Familie die Hintergründe. Man baue Vertrauen auf und fördere die Schüler in allen Belangen, die sie benötigten, um einen erfolgreichen Schulabschluss sowie anschließend einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
Berufsberatung
Der Berufsberater der Agentur für Arbeit Michael Niedermaier, der seit 1978 dieses Amt innehat und zum September in den wohlverdienten Ruhestand geht, ergänzte, dass die Jugendlichen sehr belastet seien, was sich auch auf die Berufswahl auswirke. Mit dieser würden sich viele Schüler nicht auseinandersetzen, weil sie zunächst ihre persönlichen Probleme aus dem Weg räumen wollten. Sie könnten sich schwer für einen Berufsweg entscheiden und blieben lieber länger an weiterbildenden Schulen. Deshalb würde er schon früh an die Schüler herantreten. Dabei hätten viele Schüler Probleme mit einer realistischen Selbstwahrnehmung und würden hohe Ziele anstreben, ohne die Chance zu haben, diese zu erreichen. Oft werde die Berufswahl verschoben oder verdrängt. Er plädiere dafür, die Jugendlichen in Praktika zu vermitteln, damit diese den beruflichen Alltag kennenlernen. Insgesamt hätten sich die Stellenangebote verringert. Derzeit würde 1,5 Stellen auf einen Bewerber kommen; es habe aber schon Zeiten gegeben, in denen es 2,5 waren.
Sozialpädagogische Hilfe
Die Sozialpädagogin an der Franziska-Hager-Mittelschule Alexandra Wellnitz-Helber erklärte, die Schüler kämen aufgrund von Problemen mit Freunden, der Schule oder der Eltern zu ihr. Oft käme der Hinweis für einen Hilfsbedarf von den Lehrern. Auch die Eltern würden auf Wunsch von ihr beraten. Die Sozialpädagogin an der Flexiblen Trainingsklasse Franziska Wörndl sagte, in ihren Klassen würden nur acht Kinder von einem Lehrer und einer Sozialpädagogin betreut. Ziel sei es, sie nach rund zwei Jahren wieder in eine Regelklasse zu übermitteln.
Beratungsstellen
Renate Glaßer von der Rosenheimer »Aktion fürs Leben« berichtete, dass sie Eltern, die in Not geraten seien und bspw. den Strom nicht mehr bezahlen könnten, helfen würden. Sie vermittelten auch die Paten für Schüler und organisierten Ausflüge. Finanziert würden sie vor allem durch Spenden. Ramona Heyn von der Caritas erklärte, sie würden Familien in allen Notlagen beraten sowie Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen und Lehrer zum Kinderschutz. Die kostenlose Unterstützung unterliege der Schweigepflicht. Sie würden analysieren, was die Familie brauche, und stellten dann ein individuelles Konzept zusammen. Die Leiterin vom Priener Kinderhort Jaqueline Fleßa erklärte, sie betreuten die Schüler der ersten bis vierten Klassen am Nachmittag, sofern dies zu Hause nicht möglich sei. Sie sollten Hausaufgaben machen, danach entspannen und mit Freunden spielen. Sie würden gerne mit Vereinen in Kontakt treten, um das Angebot zu erweitern. Erster Bürgermeister Andreas Friedrch erklärte, die Kooperation mit der Musikschule laufe bereits. Gesetzlich sei es nicht erlaubt, dass die Kinder den Hort verlassen, daher komme die Musikschule ins Haus bzw. gehe die gesamte Hortgruppe in die Musikschule. So könnten die Jüngsten ein Instrument zu spielen lernen.
Wünsche und Anregungen
Hilfe in seelischer Not
Der Vorsitzende des Elternbeirats der Franziska-Hager-Grundschule Helge Gruner erklärte, die seelische Gesundheit der Kinder sei in Gefahr. Immer mehr Kinder seien betroffen. Daher schlage er vor, die Kooperation mit fachlichen Stellen weiter auszubauen. Petra Lanzinger von der Schulverwaltung brachte ein, die flexible Trainingsklasse der Mittelschule könne auch für die Grundschule eine Möglichkeit sein. Diese sei hocheffizient. Die Elternbeirätin der Kampenwandschule Sabine Eichhorn brachte ein, dass es einen zweistündigen Erste-Hilfe-Kurs für psychische Erkrankungen »Helfen in seelischer Not« für Kinder ab 14 Jahren gebe, der wie ein Workshop aufgebaut und auch für Eltern geeignet sei. Dabei würden Handlungsstrategien vermittelt. Dieser könne in den Abschlussklassen der Schulen angeboten werden.
Thema Verkehrschaos
Von Seiten des Elternbeirats der Grundschule wurde die chaotische Verkehrssituation aufgrund der »Eltern-Taxis« an der Franziska-Hager-Schule eingebracht und um ein Gespräch mit der Gemeinde gebeten, um eine Lösung zu finden. Zum Thema Verkehr erklärte Erster Bürgermeister Andreas Friedrich, die Straße zu sperren, sei schwierig, da dies mit den Wünschen des benachbarten Lebensmitteleinzelhandels sowie der Anwohner kollidiere. Vielleicht sei ein autofreier Tag eine Lösung, da die Kinder so Vertrauen in den Schulweg aufbauen könnten. Es gebe auf allen Schulwegen Gehwege sowie sichere Ampeln. Man solle mehr Werbung dafür machen und in Gruppen laufen, denn zusammen mache der Schulweg mehr Spaß. Der Elternbeirat der Franziska-Hager-Grundschule Andreas Dorner bestätigte die gefährliche Verkehrssituation vor der Schule und regte als Lösung Schülerlotsen an. Das Gemeindeoberhaupt sagte, diese müssten von der Schule ausgehen, die Polizei biete dazu Kurse an. Rosi Hell (CSU) sagte, sie nehme das Thema mit in den »Runden Tisch Jugend«, vielleicht finde man dort Lösungen.
Problem »Handy«
Die Vorsitzende der Franziska-Hager-Mittelschule (FMH) Maria Riepertinger bestätigte den großen Erfolg der flexiblen Trainingsklasse. Zudem gelte an der FHM das Klassleiter-Prinzip, bei dem der Klassenlehrer alle Smartphones vor Schulbeginn einsammle und erst nach Schulschluss wieder zurückgebe. Auch die Pause sowie die Klassenfahrten seien handyfrei. Sollte sich jemand nicht daran halten, folgten Sanktionen. Die Vorsitzende der Chiemsee Realschule Angela Daxenberger sagte, dies gehe bei ihrer Schule nicht, da die Klassen die Lehrer, Räume und Gebäude mehrfach wechselten. Aber auch dort gelte das Handy-Verbot, außer bei offiziellen Recherche-Arbeiten. Die Vorsitzende des LTG Bettina Heilmann sagte, bei ihrer Schule gelte die gleiche Regelung wie an der Realschule. Die Hortleiterin Jaqueline Fleßa ergänzte, dass die Eltern für ein Verbot von Handys und Smartwatches oft kein Verständnis hätten, da sie selbst mit ihren Kindern darüber in Kontakt seien.
Problem RVO-Beförderung
Die Vorsitzende des LTG Bettina Heilmann erklärte, dass sie seit längerer Zeit massive Probleme mit der Schülerbeförderung des RVO hätten – vor allem bei der Linie Bad Endorf, bei der aufgrund überfüllter Schulbusse Kinder oftmals an der Haltestelle stehen gelassen würden. Das Gemeindeoberhaupt erwiderte, die Beförderung der Schüler aus dem LTG und der Realschule sei Sache des Landratamts. Er versicherte, dass er den Landrat Otto Lederer dazu persönlich ansprechen werde.